80, 78 oder 75?

Ewige Frage: Wie alt ist Karl Lagerfeld?

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Karl Lagerfeld hat sich selbst zu einem wandelnden Markenzeichen gemacht.

Paris - 80, 78 oder 75? Das Alter von Karl Lagerfeld bleibt ein Rätsel - auch an seinem Geburtstag am Dienstag. Sein Alter ist nicht das einzige, mit dem der deutsche Modestar kokettiert.

Gewöhnlich heißt es: Neue Frage, neues Glück. Im ewigen Quiz um das Alter von Karl Lagerfeld bleibt die Hauptfrage jedoch seit langem dieselbe: Wann wurde der deutsche Modeschöpfer geboren? Der 10. September gilt als unstrittig, aber um das Jahr gibt es Rätselraten. Lagerfeld selber schwankte immer wieder zwischen 1935 und 1938. In der Personendatenbank Munzinger wird auch 1933 als weitere Angabe genannt - dann wäre er am Dienstag 80 Jahre alt. Vor wenigen Monaten jedoch bestand der Modeschöpfer in der französischen Wochenzeitung „Paris Match“ auf 1935. Demnach würde er jetzt 78.

Über das wahre Alter des Chef-Couturiers von Chanel (seit 1983) wurde unter Fashion-Fans jedenfalls bei der Eröffnung des neuen Lagerfeld-Stores in München vergangene Woche weiter getratscht. Der Mode-Millionär sieht mit seiner schwarzen Sonnenbrille, seinem schneeweißen Zopf und seinem Vatermörderkragen ohnehin seit langem unverändert aus.

Lagerfeld gehört zu den auffälligsten Designern weltweit. Er gibt gerne Interviews, und an Büchern über ihn und seine Schneiderkunst mangelt es nicht. "Karl über die Welt und das Leben" heißt das neueste Werk, das Anfang Oktober in den Handel kommt. Und erst vor wenigen Tagen strahlte der Privatsender Vox den mehr als vierstündigen Dokumentarfilm „Karl Lagerfeld – Mode als Religion“ aus. Trotzdem: Viel weiß man nicht über den Star, der seit mehr als 50 Jahren mit seinen Kollektionen die schönsten und reichsten Frauen einkleidet.

Lagerfeld als wandelndes Markenzeichen

Seine Geschichte, meint er mal, sei sowieso anders als das, was man über ihn erzähle. Und deshalb begnügt er sich damit, kleine Details und Anekdoten über seine Macken beim Kauf von Schuhen zu enthüllen, die er immer eine Nummer zu klein auswähle, dass er kein Portemonnaie besitze, weil seine Mitarbeiter sich um alles kümmerten. Oder er erzählt Journalisten amüsiert, dass er seine Wäsche nach einmaligem Gebrauch wegwerfe und seine Katze Choupette bei ihm im Bett schlafen dürfe – aber nur am Fußende.

Lagerfeld ist beruflich vieles gelungen. Chanel, Chloé und Fendi verteidigten dank seiner Ideen erfolgreich ihren Rang als renommierteste Modehäuser der Welt. Nebenbei hat er sich als Fotograf etabliert, sein eigenes Modehaus gegründet, eine Hotel-Suite aus Schokolade entworfen und sich selbst zu einem wandelnden Markenzeichen gemacht. In mehr als 50 Jahren hat Lagerfeld dabei einen sehr persönlichen, fast schon maskenhaften Stil kreiert, der ihn unnahbar scheinen lässt. Aus dem Sohn des Hamburger „Glücksklee“-Kondensmilch-Fabrikanten Otto Lagerfeld wurde „Kaiser Karl“.

Sein Wesen umgibt eine Aura von Geheimnissen. Der Präsident des französischen Couture-Verbandes, Didier Grumbach, hat das Multi-Talent als „createur protéiforme“ bezeichnet, frei übersetzt, einen Verwandlungskünstler. Dazu gehört wohl auch, dass Lagerfeld einmal 80, dann 78 oder 75 Jahre alt sein kann.

dpa

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