Betrug um mehre tauschend Euro

Ex-Schatzmeister der AfD verurteilt

Göttingen - Ein früheres Vorstandsmitglied des Göttinger Kreisverbandes der Partei Alternative für Deutschland (AfD) muss wegen einer Serie von Betrugsdelikten für ein Jahr und zehn Monate in Jugendhaft. Auch seine ehemalige Partei soll er bestohlen haben.

Das hat am Mittwoch das Amtsgericht Göttingen entschieden. Das Gericht bezog drei frühere Verurteilungen mit ein. Der 19-Jährige, der bis August vergangenen Jahres Schatzmeister der AfD gewesen war, war wiederholt straffällig geworden. Anders als in den früheren Verfahren gab es diesmal keine Bewährung mehr. Der Ex-Parteifunktionär sitzt bereits seit März in der Jugendanstalt Hameln. Er wurde verhaftet, weil er wiederholt Arbeitsauflagen, die man ihm in den früheren Verfahren gemacht hatte, nicht erfüllt hatte. Das Gericht widerrief daraufhin die Bewährung.

Im aktuellen Prozess ging es um Computer, Notebooks und Programme im Wert von 3000 Euro. Der Angeklagte hatte die Geräte bestellt, aber nie bezahlt. Schon in den Vorjahren hatte sich der 19-Jährige verschiedene Betrugsmaschen ausgedacht. So gab er sich in mehreren Göttinger Geschäften mit gefälschten Dokumenten als Vorsitzender eines Vereins aus und kaufte auf dessen Rechnung Büromaterial, eine Kamera, ein Mobiltelefon und eine Signalpistole ein, ohne zu bezahlen.

In einem anderen Fall gab er sich als Rechtsanwalt aus. Außerdem mietete er mehrfach unter Vorlage einer gefälschten Kostenübernahmeerklärung einer Versicherung Nobelautos und logierte in einem Hotel in Hamburg. Gemeinsam mit einem Freund ließ er sich als angeblicher Praktikant einer Luxusautovermietung im vermeintlichen Firmenauftrag bei einem Herrenausstatter in Göttingen für 1400 Euro einkleiden. Einem Göttinger Hotel, wo er mit seinem Kumpel zwei Suiten buchen wollte, legte er ebenfalls ein fiktives Schreiben der Autovermietung vor. Darin bittet die vermeintliche Firma darum, auch Sonderwünsche ihrer Mitarbeiter aufzunehmen und ihnen den Aufenthalt „so angenehm wie möglich“ zu gestalten. Das Hotel fiel darauf allerdings nicht herein.

Gegen den 19-Jährigen sind noch weitere Verfahren anhängig. Er soll unter anderem rund 6000 Euro aus der Kasse des Göttinger AfD-Kreisverbandes unterschlagen haben. Die eurokritische Partei hatte deshalb im vergangenen September Strafanzeige erstattet. Das Verfahren wurde an die Staatsanwaltschaft Hannover abgegeben.

von Heidi Niemann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare