Y-Trasse

Experte berät Dialogforum zur Bahntrasse

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Hannover - Den Teilnehmern des Dialogforums Schiene Nord soll die Arbeit erleichtert werden. Ein externer Sachverständiger werde ihnen künftig bei Bedarf komplexe Inhalte aus Gutachten, Analysen und anderen Unterlagen erläutern und ihnen helfen, die richtigen Fragen zu stellen.

Das sagte der Sprecher des Dialogforums, Marcel Winter. Das Gremium verhandelt über die Y-Trasse und andere Streckenverläufe, mit denen die wachsende Zahl an Güterzügen aus Hamburg und Bremerhaven in Richtung Süden bewältigt werden soll.

Der Streit um einen solchen Gutachter hatte die jüngste Sitzung des Gremiums am 24. April beinahe platzen lassen. Der Landrat des Kreises Uelzen, Heiko Blume, hatte vom Land Niedersachsen gefordert, Kommunen und Bürgern fachlichen Rat zur Seite zu stellen und auch zu finanzieren. „Die Teilnehmer haben sich auf einen Kandidaten geeinigt. Es ist der Sachverständige, der bereits den Landkreis Harburg beraten hat“, sagt Winter.

Das niedersächsische Wirtschaftsministerium übernehme die Finanzierung. Verkehrsminister Olaf Lies (SPD) erklärte, er habe für den unabhängigen Gutachter ein Budget von 200 000 Euro freigemacht. Kritische Stimmen, wonach das Forum in der vergangenen Sitzung vor dem Scheitern gestanden habe, wies Projektleiter Daniel Hitschfeld zurück: „Der Bedarf an der Arbeit des Forums wird nicht bezweifelt.“

Teilnehmer hatten zudem kritisiert, dass ihnen eine Kosten-Nutzen-Analyse der verschiedenen Varianten, die vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegeben wurde, erst vier Tage vor der Sitzung zugestellt worden war. „Wir dringen darauf, dass den Teilnehmern alle Unterlagen innerhalb der gesetzten 14-Tage-Frist zugestellt werden“, betonte der Sprecher des Forums.

Zudem kritisierten die Organisatoren, dass sich zuweilen Politiker in die Arbeit einmischen. „Unsere Empfehlung ist, dass die politische Seite sich raushält, solange das Forum läuft“, sagte Winter. Das Dialogforum mit Vertretern von Kommunen und Bürgerinitiativen soll für das Bahnprojekt unter zehn Trassenvarianten eine Konsenslösung finden. 1700 Menschen haben nach Angaben der Veranstalter inzwischen auch individuelle Stellungnahmen eingereicht.

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