Weltausstellung

Expo 2017 geht nach Kasachstan

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Das autoritär regierte Kasachstan wird die Expo 2017 ausrichten.

Paris - Morgens eine Zeitung verbieten, abends die Expo bekommen. Astana im autoritär regierten Kasachstan darf 2017 die Weltausstellung Expo ausrichten. Große Freude beim Bewerbungskomitee.

Die Weltausstellung Expo zieht in fünf Jahren ins kasachische Astana. Diese Entscheidung gab das internationale Expo-Büro am Donnerstag in Paris bekannt. Die Stadt in der zentralasiatischen Steppe konnte sich für die dreimonatige kleinere Variante der Weltausstellung mit 103 zu 44 Stimmen gegen Lüttich in Belgien durchsetzen. Präsident Nursultan Nasarbajew würdigte die Vergabe an Astana als historisch. Kritiker werfen dem seit Sowjetzeiten herrschenden Nasarbajew die Unterdrückung Andersdenkender sowie Menschenrechtsverletzungen vor.

Bei den Kasachen waren die Freude über den Zuschlag zur Expo groß: „Wir haben gewonnen!!!!!!! 103 Stimmen!!!!“, twitterte das Bewerbungskomitee um Präsident Nursultan Nasarbajew. Das Präsidentenamt teilte am Donnerstagabend mit: „Der Sieg von Astana in diesem Wettbewerb ist keineswegs ein Zufall. (...) Die Ausstellung wird unser kreatives Potenzial deutlich machen.“

Noch am Morgen hatte es andere Neuigkeiten aus Kasachstan gegeben. Die autoritär regierte Ex-Sowjetrepublik verbot die Oppositionszeitung „Golos Respubliki“ (Stimme der Republik). Die Justiz wirft dem Blatt vor, es habe blutige Ölarbeiter-Proteste unterstützt, bei denen 2011 mindestens 17 Menschen ums Leben kamen. Auch Dutzenden anderen Medien droht deshalb ein Publikationsverbot.

Während der Expo werden in Astana fünf Millionen Besucher erwartet. An der diesjährigen kleineren Expo im südkoreanischen Yeosu nahmen mehr als 100 Länder und zehn internationale Organisationen teil. Die nächste große Weltausstellung ist 2015 in Mailand geplant. Die Expo-Themen sind unterschiedlich. In Kasachstan wollen die Teilnehmerländer zum Beispiel Energiekonzepte für die Zukunft präsentieren.

dpa

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