Weltausstellung endet

Expo in Shanghai bricht alle Rekorde

- Die Weltausstellung in Shanghai hat alle Rekorde gebrochen. Nach sechs Monaten ist das Spektakel vorbei. Mehr als 70 Millionen Chinesen sind auf der Expo auf eine kleine Weltreise gegangen. Die Deutschen gewannen einen Preis - und waren mehr als zufrieden.

Mit eindringlichen Appellen zu einem besseren Umgang mit den Ressourcen der Erde ist die größte Weltausstellung bislang in Shanghai zu Ende gegangen. Trotz langer Wartezeiten verbuchte die Expo 2010 mit 73 Millionen Besuchern einen historischen Rekord. Der deutsche Pavillon wurde für seine Umsetzung des Themas „Eine bessere Stadt, ein besseres Leben“ mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Zum Abschluss der Expo am Sonntag sprach Chinas Regierungschef Wen Jiabao von einem „unvergesslichen Ereignis“.

In einer Rede sagte der Premier, die Expo habe nicht nur den Fortschritt gezeigt, sondern auch die Herausforderungen für die Menschheit infolge wachsender Überbevölkerung, Umweltverschmutzung, Verkehrsüberlastung und Ausbeutung der Rohstoffe. „Wir haben die Erde nur von unseren Kindern und Enkeln geborgt“, sagte Wen Jiabao. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief zu einem „klügeren Umgang mit den begrenzten Ressourcen unseres Planeten“ auf. Er forderte stärkere Anstrengungen zum Umwelt- und Klimaschutz. „Lassen Sie uns mehr tun, um erneuerbare Energiequellen zu entwickeln und sie für alle Menschen bezahlbar zu machen.“ Nötig sei eine „wahrlich nachhaltige Entwicklung“. Heute lebe schon mehr als die Hälfte der Menschheit in Städten. „Dieser Prozentsatz wird noch steigen.“

Die Expo in Shanghai war die erste in einem Entwicklungsland. Alles drehte sich um nachhaltige Stadtentwicklung. Mit 190 Ländern und 56 internationalen Organisationen waren mehr Teilnehmer vertreten als jemals in der 159-jährigen Geschichte der Weltausstellung. Nie zuvor war Deutschland so stark vertreten. Etwa vier Millionen Besucher besuchten den deutschen Pavillon, der am Ende den ersten Preis für die beste Umsetzung des Expo-Themas gewann.

Die Ehrung des deutschen Pavillons durch die Veranstalter ging auf eine Empfehlung einer Kommission der zuständigen Internationalen Organisation für Ausstellungswesen (B.I.E.) zurück. Der Generalkommissar des deutschen Pavillons, Dietmar Schmitz, sprach von einem „krönenden Abschluss“: „Besser geht es nicht.“ Der Auftritt, mit dem sich Deutschland als innovativ und lebenswert vorgestellt hatte, hat 50 Millionen Euro gekostet. Das Motto lautete „Balancity - die Stadt im Gleichgewicht“.

Acht Millionen Besucher sahen auch den zentralen Themenpavillon „Urban Planet“, den die Berliner Kreativagentur Triad im chinesischen Auftrag geschaffen hatte. Jeder neunte Expo-Besucher machte die visuelle und akustische Reise und erlebte „das Höllenszenario, das die Menschheit erwartet, wenn nicht bald konkrete und zukunftsweisende Lösungen umgesetzt werden“, so die Organisatoren. Außer Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao hatte sich im Mai der damalige Bundespräsident Horst Köhler „tief beeindruckt“ gezeigt.

Nach mehr als drei Jahren ging auf der Expo die Kampagne „Deutschland und China - Gemeinsam in Bewegung“ mit einem eigenen Pavillon zu Ende. Es war die bisher größte deutsche Veranstaltungsserie im Ausland. Vor Shanghai hatte die Projektreihe zu urbanen Herausforderungen in fünf chinesischen Städten Station gemacht. Auf der Expo präsentierten ferner die deutschen Städte Hamburg, Düsseldorf, Bremen und Freiburg ihre Lösungen für städtische Probleme. Hamburg baute mit finanzieller Hilfe der Expo-Organisatoren das erste energiesparende Passivhaus Chinas.

Das Passivhaus gehört neben dem roten chinesischen Pavillon und anderen zentralen Ausstellungsgebäuden zu den wenigen Bauten auf dem sechs Quadratkilometer großen Expo-Gelände, die stehen bleiben dürfen. Nach den Regeln der internationalen Expo-Organisation B.I.E. müssen alle Länderpavillons wieder abgebaut werden. Die nächste große Weltausstellung findet 2015 in Mailand statt.

dpa

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