Lauenburg/Drage

Fahrrad aus der Elbe gehört vermisster Familie

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Foto: Nach dem Fund der Leiche des Familienvaters sucht die Polizei weiter nach der ebenfalls vermissten Mutter und Tochter.

Drage - Noch immer gibt es keine heiße Spur zu der vermissten Frau und ihrer zwölfjährigen Tochter aus Drage in Niedersachsen. Zwei Fahrräder sind Teil des Rätsels. Eines wurde dort gefunden, wo man auch den toten Vater aus der Elbe geborgen hat. Es gehörte dem Verstorbenen.

Das in der Elbe bei Hamburg gefundene Damenfahrrad gehörte dem dort tot aus dem Fluss gezogenen Familienvater. Das teilte Polizeisprecher Jan Krüger am Montag mit. Ein ehemaliger Nachbar habe berichtet, er habe der Familie aus Drage in Niedersachsen das Rad vor längerer Zeit geschenkt.

Die 25 Ermittler der eigens eingerichteten Sonderkommission hatten gehofft, durch das Fahrrad Hinweise auf den Weg des Mannes nach Lauenburg (Schleswig-Holstein) zu bekommen. Zu der 43 Jahre alten Ehefrau des 41-Jährigen und der zwölfjährigen Tochter gibt es noch immer keine heiße Spur. "Derzeit sind keine neuen Suchmaßnahmen beabsichtigt", sagte Krüger. Die Fahnder ermittelten weiter im sozialen Umfeld der Familie etwa bei Freunden und Verwandten und hofften auf Tipps aus der Bevölkerung.

Die Ermittler befürchten ein Familiendrama. Die Vermissten waren zu Beginn der Sommerferien in Niedersachsen vor über einer Woche verschwunden. Die Leiche des Vaters wurde dann am Freitag geborgen. Allem Anschein nach sprang der Mann mit einem Betonklotz am Körper in Lauenburg von einer Brücke in die Elbe.

Dort entdeckten Taucher auch das Damenfahrrad auf dem Grund des Flusses. Ein von der Polizei zunächst gesuchtes Herrenrad des Mannes war bereits am Donnerstag am Bahnhof von Winsen/Luhe (Niedersachsen) gefunden worden. Winsen liegt rund 8 Kilometer südlich von Drage. Bis nach Lauenburg sind es von Winsen etwa 30 Kilometer.

Die Polizei hatte bereits kurz nach dem Verschwinden der Familie umfangreiche Suchaktionen auch an der Elbe gestartet. Wie später bei Lauenburg waren auch Suchhunde, Boote, Taucher und Hubschrauber im Einsatz.

dpa

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