Mitfahrer gesucht!

Mit dem Fahrrad über die Route 66

+
Voller Vorfreude: Alois Martin in Uelzen.

Uelzen - Das Strampeln auf der Route 66 ist seit Jahrzehnten sein Traum. Nun endlich, von Mitte Juni bis Mitte August, will Alois Martin ihn in die Tat umsetzen. Mit seinem Trekkingrad will der Uelzener sich in Amerika auf den Weg machen, 4000 Kilometer von Chicago nach Südwesten bis an den Pazifischen Ozean.

Früher, sagt der Rentner, sei die Verwirklichung des Traums am Zeitmangel gescheitert. „Jetzt bin ich 70, jetzt habe ich Zeit.“ Damit es nicht einsam wird, sucht Martin noch einen Reisepartner.

Seine Kinder, 38 und 37 Jahre alt, hätten wohl Lust gehabt. „Aber sie haben nun selbst Kinder und keine Zeit.“ Früher haben die beiden den damals in der Elektronikbranche selbstständig tätigen Kaufmann in den Ferien wochenlang voll Begeisterung begleitet: erst auf dem Weserradweg, später über die Alpen zum Mittelmeer. Seine Frau begnüge sich lieber mit gemeinsamen Radausflügen am Sonntagnachmittag, erzählt Alois Martin. Und einem gleichaltrigen Kollegen, mit dem er in Finnland auf Tour war, seien zwei Monate Amerika einfach zu lang. An seiner eigenen Fitness hegt Martin keinen Zweifel. Er spielt nebenbei regelmäßig Tischtennis und Tennis und joggt auch im Winter. Die Gesundheitsüberprüfung beim Arzt zeige jedes Jahr: alles in Ordnung.

Einen potenziellen Reisepartner würde der Uelzener vorher gern bei einer kurzen Tour kennenlernen. Mit Schwierigkeiten im Umgang rechnet er nicht: „Ich bin ein Mensch, der sich gut anpassen kann.“ Es sei einfach schöner, Eindrücke und Erlebnisse miteinander zu teilen. „Der eine sieht dies, der andere sieht das.“

Aus Filmen, Büchern und Dokumentationen zum Mythos Route 66 weiß Martin ungefähr, was es zu sehen gibt: nach der Ankunft in Chicago Felder und blühende Wiesen im Mittleren Westen, später Goldgräberstädtchen in Arizona, den Colorado, die scheinbar endlose Mojave-Wüste – wo die Radfahrer viel Wasser dabeihaben müssen – und am Ende Los Angeles und das Meer. Die historische Verbindung führte einst die Siedler gen Westen und steht seitdem für Aufbruch und Abenteuer.

Der große Teil des Straßenverkehrs wurde mittlerweile auf parallel verlaufende Autobahnen verlagert. Die Radler, erzählt Martin, teilen sich die alte Route vor allem mit Motorradfahrern und Touristenbussen. „Gelegentlich fahren wir sogar auf der Autobahn, auf einem für Radfahrer ausgeschilderten Randstreifen.“ Doch auch solche Abschnitte, meint er, verliefen entspannt. Geschlafen werden soll in Motels und auch mal im Zelt.

Überhaupt soll es nicht zu anstrengend werden: rund 15 Kilometer pro Stunde, 80 bis 100 Kilometer am Tag, mit acht bis neun Ruhetagen. „Wenn man erschöpft ist, macht man Pause“, sagt der Rentner. „Man wird ja nicht gejagt.“

Interessenten können sich telefonisch unter (0581)6292 melden oder per E-Mail an alois-martin@kabelmail.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare