Notdurft-Aktion in Dresden

Den „Falschpisser“ holt der Sensenmann

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Foto: Eine Frau fotografiert eine frisch angebrachte Fliese gegen "Falschpisser" an einer Hauswand nahe der 15. Grundschule in Dresden-Neustadt (Sachsen).

Dresden - Die Dresdner Neustadt ist bunt, kreativ, quirlig und auch ein bisschen dreckiger als die prachtvolle Altstadt. Und das Szeneviertel hat ein Problem: Restaurant- und Kneipenbesucher, die hier wild ihre Notdurft verrichten. Witzige Wandfliesen sollen helfen.

Mit Wandfliesen wehrt sich die Dresdner Neustadt gegen zunehmende Probleme mit Wildpinklern. Die ersten 30 mal 30 Zentimeter großen Steinzeugfliesen mit dem Schriftzug „Falschpisser!“ wurden am Mittwoch an einer Hauswand vor einer Grundschule in dem Szeneviertel angebracht. "Wir haben hier viel Gastronomie. Und was oben reinkommt, muss unten wieder raus", erklärte Ortsamtsleiter André Barth das Problem.

Die in Augenhöhe an besonders zur Notdurftverrichtung einladenden Orten angebrachten Fliesen wurden vom Neustädter Comic-Zeichner Willy entworfen. "Sie sollen den Pinklern ein unangenehmes Gefühl vermitteln", sagte Barth.Drei Motive gibt es: Bei dem einen fällt einem Wildpinkler ein Blumentopf auf den Kopf, bei dem anderen steht der Sensenmann hinter ihm, beim dritten eine nörgelnde Frau, die "bei dieser Gelegenheit" über die Beziehung reden will.

Auf die Bezeichnung "Falschpisser" sei man über Falschparker gekommen, ein weiteres Problem der Neustadt, sagte Torsten Wiesener vom Gewerbe- und Kulturverein. Alle Neustädter könnten mitmachen und Fliesen anfordern.Von Problemen mit Wildpinklern berichtete auch Grundschulleiter Olaf Böttger: "Die Kinder kommen kopfschüttelnd in die Schule und fragen, was die Erwachsenen so tun."

Vor allem im Sommer gebe es auch ein Geruchsproblem. Zwei 18 und 22 Jahre alte Passantinnen zeigten sich jedoch skeptisch: "Die Betrunkenen sehen das doch eh nicht, und dann bleibt ja auch immer noch das Problem mit dem Hundekot."

dpa

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