Brasilien

Feuer in Nachtclub tötet Hunderte Menschen

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Bei einem Feuer in einer Diskothek in Brasilien sind Hunderte Menschen getötet worden.

Porto Alegre - Tod und Trauer in Brasilien: In einer Diskothek feiern hunderte junge Menschen ausgelassen eine Party. Dann bricht ein Feuer aus. Panik greift um sich. Viele schaffen es nicht mehr zum Ausgang.

Brasilien ist schockiert und trauert. Feuer in einer Diskothek hat mindestens 180 Menschen im Süden des Landes den Tod gebracht. Diese vorläufige Bilanz der Feuerwehr in der Universitätsstadt Santa Maria schien Stunden nach der Katastrophe weiter zu steigen: Der Fernsehsender Globo berichtete am Sonntag unter Berufung auf die Polizei von 245 Toten. Eine offizielle Bestätigung gab es dazu zunächst nicht.

Die Lage war am Morgen (Ortszeit) nach dem Brand im Nachtclub „Kiss“ völlig chaotisch und unübersichtlich. Die Zahl der Toten stieg in den ersten Stunden stetig. Mindestens 200 Menschen wurden bei dem Unglück zudem verletzt.

Das Feuer entzündete sich nach ersten Erkenntnissen gegen 02.30 Uhr am Sonntag wohl nach einer pyrotechnischen Show, die zum Auftritt einer Musikband gehörte. Dabei soll das Dämmmaterial in der Decke in Brand geraten sein. Es entwickelten sich hochgiftige Dämpfe. Unter den Besuchern kam zu einer Massenpanik. Nicht alle der jungen Menschen schafften es zum Ausgang.

Die Diskothek hatte eine Kapazität für bis zu 2000 Menschen. Wie viele in der Nacht zum Sonntag tatsächlich in dem Gebäude feierten, war zunächst aber unklar. Es soll sich um eine Party von Studenten gehandelt haben. Die Feuerwehr war auch am Sonntag früh noch damit beschäftigt, Leichen aus den Trümmern zu bergen. Die Verletzten wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Fernsehreporter am Unglücksort sprachen von einer Tragödie.

Vor dem Gebäude versammelten sich hunderte Angehörige und Freunde, die auf Nachricht warteten. Auf Bildern vom Brandort war zu erkennen, dass die Feuerwehr für die Lösch- und Bergungsaktion ein großes Loch in die Wand des Gebäudes schlug. „Ich bin 40 Jahre bei der Feuerwehr, aber eine Tragödie solchen Ausmaßes habe ich noch nicht gesehen“, sagte Feuerwehrmann Moisés da Silva Fuchs.

Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff reiste wegen der Katastrophe vorzeitig von einem Gipfel in Chile ab. Sie versprach alles nur Mögliche zu tun, um den Angehörigen und Opfern der Tragödie zu helfen. „Ich möchte den Brasilianern und der Bevölkerung von Santa Maria sagen, dass wir in diesem traurigem Moment zusammenstehen“, erklärte die sichtlich bewegte Staatschefin am Sonntag in Santiago de Chile.

Die 270 000-Einwohner-Stadt Santa Maria ist Standort einer der größten öffentlichen Universitäten des Landes. Im Süden Brasiliens ist auch die größte deutsche Auswanderer-Gemeinde beheimatet.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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