Lüneburg

Feuer wütet in "Rote Rosen"-Kulisse

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Foto: Feuerwehrleute löschen in der Innenstadt von Lüneburg ein brennendes Haus.

Lüneburg - Wer die TV-Serie "Rote Rosen" verfolgt, der kennt auch den Lüneburger Stintmarkt. Jetzt ist in dem historischen Hafenviertel ein Großfeuer ausgebrochen. Stundenlang kämpfte die Feuerwehr gegen die Flammen. Mehrere Häuser wurden evakuiert – auch das aus der ARD-Serie bekannte Hotel.

Ein Großbrand hat im historischen Wasserviertel Lüneburgs ein mehrstöckiges Fachwerkgebäude zerstört. Rund 500 Einsatzkräfte waren stundenlang im Einsatz, um zu verhindern, dass das Feuer auf benachbarte Gebäude übergreift. Direkt neben dem ausgebrannten Haus befindet sich das Restaurant „Lüner Mühle“, das zum Hotel Bergström gehört. Das Hotel und der gesamte Straßenzug „Am Stintmarkt“ dienen als Kulisse für die ARD-Fernsehsendung „Rote Rosen“.

Bei dem Brand wurde niemand verletzt, laut Polizei entstand ein Schaden in Millionenhöhe. „Das ist unabhängig vom finanziellen Schaden ein unersetzlicher Verlust für die bei den Touristen beliebte Altstadt – ein Supergau“, sagte Lüneburgs Oberbürgermeister Ulrich Mädge. Die Straße am Ufer der Ilmenau gilt als Wahrzeichen der Stadt.

Das Feuer war in der Nacht zum Montag gegen 4 Uhr ausgebrochen, wahrscheinlich wurde es durch eine Explosion im Restaurant „La Trattoria“ ausgelöst, das im Erdgeschoss des Gebäudes untergebracht war. Anwohner hatten laut Polizeiangaben einen lauten Knall gehört – die Detonation habe dann das vierstöckige Haus in Brand gesetzt. Was genau die Explosion verursacht hatte, ist aber noch unklar. „Wir können zurzeit weder eine vorsätzliche Brandstiftung noch einen technischen Defekt ausschließen“, sagte der Sprecher der Polizei Lüneburg, Kai Richter.

Der Lüneburger Stintmarkt

Mit seinem alten Kran und den pittoresken Häusern gehört das alte Hafenviertel Stintmarkt zu einer der beliebtesten Sehenswürdigkeiten Lüneburgs. Zu seinem Namen kommt das historische Viertel am Fluss Ilmenau durch den im Mittelalter beliebten Fisch Stint, der damals dort verkauft wurde. Statt Fischhändlern haben sich heute Wirte im Stintmarkt angesiedelt, die Gaststätten dort bilden die größte zusammenhängende Kneipenmeile der norddeutschen Hansestadt. Bekanntheit erlangte der Stintmarkt unter anderem als Schauplatz der ARD-Serie "Rote Rosen".

Als die Feuerwehr in der Nacht den Einsatzort erreichte, habe das Gebäude schon voll in Flammen gestanden, sagte Richter. Die Einsatzkräfte löschten aus Booten auf dem Wasser, von Balkonen der umliegenden Gebäude und von Land aus. Rund 50 Anwohner und Hotelgäste wurden evakuiert. Die gesamte Feuerwehr Lüneburgs und weitere Löschzüge aus dem Landkreis waren im Einsatz, außerdem wurde ein Teleskop-Löschkran aus Hamburg angefordert, der den Brand aus der Luft bekämpfte.

Mit Erfolg: Gegen Mittag war das Feuer unter Kontrolle, und es konnte Entwarnung für die angrenzenden Gebäude gegeben werden. Das Haus, in dem das Feuer ausgebrochen war, wurde aber völlig zerstört und ist einsturzgefährdet. In dem Gebäude befanden sich neben dem italienischen Restaurant im Erdgeschoss ein Irish Pub im Keller, sowie Wohnungen in den Obergeschossen.

„Das Feuer ist unter Kontrolle, aber es befinden sich noch immer Brandnester im Gebäude“, sagte Polizeisprecher Richter am Abend. Gegen 17 Uhr hatten die Einsatzkräfte damit begonnen, das Haus abzutragen, um mögliche Brandherde aufzuspüren. Für die nächsten Tage sei bereits ein Abrissunternehmen beauftragt. Oberbürgermeister Mädge lobte die Helfer von Feuerwehr, Polizei, Technischem Hilfswerk, Deutscher Lebensrettungsgesellschaft, Deutschem Roten Kreuz und Arbeiter-Samariter-Bund. „Das sind fast alles ehrenamtliche Einsatzkräfte. Wie schnell die hier waren und geholfen haben, war toll. Das zeigt einmal mehr, wie wichtig das Ehrenamt für eine Stadt ist“, sagte Mädge.

Anne Grüneberg

Wiederholt hat es in historischen Stadtkernen gebrannt:

17. August 2012: Ein Feuer in Einbeck vernichtet Fachwerkhäuser im Wert von 1,3 Millionen Euro. Es war Brandstiftung. 5. Januar 2010: Bei einem Brand in Lüneburg entsteht ein Schaden von 200 000 Euro. Schuld ist ein technischer Defekt im Kompressor einer Zahnarztpraxis. 2. Januar 2010: Ein Fachwerkhaus in Goslar brennt aus, ein 24 Jahre alter Mann wird schwer verletzt. 6. April 2009: Vermutlich durch einen technischen Defekt in einer Garage entwickelt sich ein Großfeuer in der Northeimer Altstadt. 4. Mai 2008: In Hann.Münden brennen sieben Häuser. lni

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