Ludwigshafen

Feuerwehr bringt Großbrand unter Kontrolle

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Die Feuerwehr hat den Großbrand in Ludwigshafen unter Kontrolle gebracht.

Ludwigshafen - Lodernde Flammen, geräumte Häuser, Rußflocken in der Luft – ein Großbrand hält eine ganze Region in Atem. Die Löschkräfte leisten Schwerstarbeit, sind aber auch erleichtert, denn verletzt wurde niemand.

Mit einem Großaufgebot und schwerem Gerät hat die Feuerwehr einen verheerenden Brand in Ludwigshafen (Rheinland-Pfalz) unter Kontrolle gebracht. Die ärgste Gefahr sei wohl gebannt, sagte ein Sprecher der Polizei am Sonntagmorgen. „Die Löscharbeiten dauern aber vermutlich noch das ganze Wochenende“. Auch die gewaltige Rauchwolke, die sich nach Ausbruch des Großfeuers über der Rhein-Neckar-Region ausgebreitet hatte, wabere noch weiter in der Luft, hieß es.

„Um über die Brandursache und die genaue Höhe des Schadens zu sprechen, ist es noch viel zu früh“, sagte der Sprecher weiter. Zuvor müssten die Flammen erst mal vollständig gelöscht werden. Der Sachschaden geht aber vermutlich in die Millionen. Verletzt wurde niemand.

Das Feuer war nach Angaben der Einsatzkräfte am Samstagmittag in einer Lagerhalle eines Logistik-Unternehmens auf der Parkinsel am Rhein ausgebrochen. In Teilen von Ludwigshafen und Mannheim gingen Rußflocken nieder, Schadstoff-Grenzwerte wurden nach Angaben der beiden Stadtverwaltungen bisher aber nicht überschritten.

Obwohl der Ruß „nicht akut giftig“ sei, warnten Stadt und Gesundheitsamt davor, Lebensmittel, die mit Ruß in Kontakt gekommen sind, einfach so zu essen. Obst und Gemüse sollten zuvor gründlich gewaschen und geschält werden. Eltern sollten ihre Kinder zudem von Spielplätzen fernhalten, die mit Ruß belastet sind. Größere Rußflocken, die in den Gärten niedergehen, sollten im Hausmüll entsorgt werden, hieß es.

Der Schaden geht in die Millionen, wie ein BASF-Sprecher am Samstag in Ludwigshafen sagte. Die rund 9500 Quadratmeter große Halle gehört einem Unternehmen, das für den Chemie-Konzern arbeitet. Zum Zeitpunkt des Brandes lagerten dort nach BASF-Angaben etwa 4800 Tonnen Material, größtenteils Styropor-Granulat, das eigentlich nicht leicht entflammbar ist. Beschäftigte seien nicht in der Halle gewesen.

Die Menschen in der Region bis nach Südhessen hinein wurden gebeten, Fenster und Türen zu schließen sowie Klimaanlagen auszuschalten. In der Umgebung des Brandes wurde Sirenenalarm ausgelöst. In einem Neubaugebiet auf der nördlichen Parkinsel mussten rund 2300 Menschen vorsorglich ihre Häuser verlassen. Wann sie wieder zurück dürfen, war auch am Sonntagmorgen nicht klar. In einem Schulzentrum wurde eine Notunterkunft eingerichtet.

Bekämpft wurde der Brand sowohl vom Land aus als auch vom Wasser. Im Einsatz waren Feuerwehren aus Ludwigshafen, Mannheim, Neustadt und Bad Dürkheim sowie die BASF-Werksfeuerwehr. Auch ein Löschboot aus Mannheim war mit dabei. Zunächst gelang es, ein Übergreifen der Flammen auf einen benachbarten Supermarkt zu verhindern, sagte der Ludwigshafener Feuerwehrchef Peter Friedrich. Ansonsten zeigte sich das Feuer sehr hartnäckig.

„Es sieht aus wie beim Weltuntergang“, sagte ein Augenzeuge in Ludwigshafen. Er war zu Besuch beim Festival des deutschen Films, dessen Gelände rund einen Kilometer von dem Brand entfernt liegt. Dort wurden alle für den Nachmittag und Abend geplanten Vorführungen vorsichtshalber abgesagt. „Das ist eine Sicherheitsentscheidung“, sagte Festivalleiter Michael Kötz der dpa. Das Festival solle nun über den 30. Juni hinaus um zwei Tage verlängert werden.

Für diesen Sonntag (11.00 Uhr) kündigte die Stadt Ludwigshafen eine Pressekonferenz an. Oberbürgermeisterin Eva Lohse (CDU) teile Details zum Brand und zu den Löscharbeiten mit, hieß es.

dpa

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