Silvester 2013

Feuerwerksverbot in vielen historischen Altstädten

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Silvesterraketen und historische Bauwerke - das passt vielerorts nicht zusammen.

Berlin - Schon ein Knallfrosch kann einen Brand auslösen. Deshalb ist in vielen deutschen Kommunen mit Fachwerkhäusern das traditionelle pyrotechnische Spektakel in der Silvesternacht verboten.

Wegen der hohen Brandgefahr für Fachwerkhäuser und Reetdächer sind in vielen deutschen Altstädten Raketen und Böller zum Jahreswechsel verboten. Der Schreck über in Flammen stehende wertvolle historische Gebäude hat die Stadtoberhäupter vorsichtig gemacht - etwa in Tübingen, Goslar oder Quedlinburg. Die meisten Bürger halten sich an die Verbote. „Jeder weiß, dass Silvesterraketen und Böller gefährlich sind“, sagte der Geschäftsführende Direktor des Hessischen Städte- und Gemeindebundes, Karl-Christian Schelzke, in einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa.

In Hessen wurde vor vier Jahren ein Feuerwerkverbot für Städte mit vielen Fachwerkhäusern erlassen. In einigen Kommunen drohen hohe Strafen. So müssen uneinsichtige Pyrotechnik-Fans im hessischen Michelstadt im Odenwald oder in der Unesco-Welterbestadt Quedlinburg in Sachsen-Anhalt mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro rechnen, wie Sprecher sagten. In Niedersachsen sind Feuerwerkskörper nicht nur in Goslar, sondern unter anderem auch in den historischen Stadtkernen von Hildesheim und Wolfenbüttel tabu.

Im baden-württembergischen Tübingen sitzt vielen Menschen der Schreck von vor fünf Jahren noch in den Knochen, wie eine Sprecherin berichtete. Damals hatte eine Rakete ein Fachwerkhaus am historischen Marktplatz in Brand gesetzt. Auch Bürger wiesen Unverbesserliche zurecht. „Da gibt es eine strenge soziale Kontrolle.“ Außerdem seien Ordnungskräfte unterwegs. Auch Esslingen zählt zu den Städten mit einem Verbot. „Unsere Altstadt ist wirklich eng“, sagte eine Mitarbeiterin. „So schnell kann man gar nicht gucken, wie da ein ganzes Quartier brennt.“ In die Altstadtgassen könnten Feuerwehrwagen nur schwer hineinfahren, vor allem, wenn dort noch Autos parken.

Auf den Nordseeinseln Sylt und Amrum mit ihren reetgedeckten Häusern ist das Anzünden von Silvesterböllern zum Jahreswechsel komplett untersagt. „Der Wind muss nur schlecht stehen und schon haben wir das Dilemma“, sagte eine Sprecherin von Sylt Marketing. Das einzige offizielle Feuerwerk auf Sylt wird es in Hörnum geben. Auch in St. Peter-Ording an der Küste ist Feuerwerk vollständig verboten. Wer nicht darauf verzichten möchte, muss nach Travemünde an der Ostsee. Dort sind gleich drei große Feuerwerke am Strand angekündigt.

Feuerwerk ist auch nichts für Tiere. Vertraute Menschen sollten sie vom Krach der Böller und Raketen ablenken. Dabei sei es wichtig, Türen und Fenster geschlossen zu halten, riet der Tierschutzverein in Berlin. Auch Wildtiere, Pferde und Kühe auf Weiden sollten nicht erschreckt werden.

Generell müssen sich Feuerwerk-Fans an Regeln halten. So dürfen Böller und Raketen grundsätzlich am 31. Dezember und am 1. Januar ganztägig von Volljährigen abgebrannt werden, wie etwa die Polizei in Bad Segeberg in Schleswig-Holstein mitteilte. „Teilweise ist dies in einzelnen Gemeinden und Städten nur verkürzt erlaubt.“

dpa

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