Neue Regel gilt

FFP2-Maskenpflicht in Bayern: Unternehmer aus Germering mit überraschender Idee - und Kritik an Söder

Auf einem Tisch liegen mehrere ein- und ausgepackte FFP2-Masken.
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In Bayern gilt bald eine FFP2-Maskenpflicht. (Symbolbild)

Ab Montag (18. Januar) gilt in Bayern mancherorts eine FFP2-Maskenpflicht. Doch die Masken sind teuer und produzieren enorm viel Müll. Ein Unternehmer aus Germering schafft nun Abhilfe.

  • In Bayern gilt ab Montag (18. Januar) eine FFP2-Maskenpflicht in Geschäften, ÖPNV und Arztpraxen.
  • Die Masken sollen besser vor dem Coronavirus schützen als Alltagsmasken.
  • Sie sind jedoch auch deutlich teurer und produzieren enorm viel Müll.
  • Ein Unternehmer aus Germering hatte nun eine geniale Geschäftsidee.

Update, 27. Januar: **Die ursprüngliche Version des Artikels suggerierte, dass die Mehrweg-Maske aus Germering einen vollwertigen FFP2-Standard hat. Das war falsch. Wie unsere Recherche inzwischen ergeben hat, ist die Maske zwar eine medizinische Maske mit laut Hersteller gleichwertiger Schutzwirkung. Sie besitzt aber kein Zertifikat für eine Schutzwirkung nach FFP2-, bzw. KN95-Standard. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen und verweisen auf unsere ausführliche Recherche zum Thema mit allen Hintergrundinformationen.

Ursprünglicher Artikel, 17. Januar: Germering - FFP2-Masken in Geschäften, ÖPNV und beim Arzt - mit dieser neuen Regelung, die am morgigen Montag (18. Januar) in Bayern in Kraft treten soll, überraschte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am vergangenen Dienstag bei einer Pressekonferenz. Der Gedanke dahinter mag durchaus verständlich sein. Schon seit Monaten fordern einige Virologen und Gesundheitsexperten den Einsatz der FFP2-Masken anstatt der bisher verwendeten Alltagsmasken, die zwar häufig schön bunt aussehen, beim Schutz vor einer Coronavirus-Infektion* allerdings oft nicht ausreichend mit der medizinischen FFP2-Variante mithalten können.

FFP2-Masken-Regel in Bayern: Germeringer Unternehmer schafft Abhilfe durch Mehrwegmasken

Dennoch sorgte die neue Regelung auch für Kritik, denn FFP2-Masken sind deutlich teurer als Alltagsmasken und müssen ständig erneuert werden. Zwar versprach Ministerpräsident Söder die Beschaffung von Millionen Masken für Bedürftige - doch auch für Normalverdiener, die beispielsweise jeden Tag mit dem ÖPNV unterwegs sind, kann die Regelung eine finanzielle Belastung darstellen. Doch nun könnte es Abhilfe für das Problem geben.

Der Germeringer Unternehmer Norbert Metzen hat Weitsicht bewiesen. Bereits zu Beginn der Corona*-Pandemie hat er sich auf die Herstellung von Mehrwegmasken spezialisiert, die nach eigenen Angaben eine gleichwertige Schutzwirkung zur FFP2-Maske bieten, allerdings nicht für den FFP2-Standard zertifiziert sind**. Dabei handelt es sich um Stoffmasken, in die austauschbare Vliesfilter eingesetzt werden können. Metzens Masken sind umweltschonend und ebenso schön bunt, wie die bisherigen Alltagsmasken. Zudem sind sie deutlich preisgünstiger, als andere Produkte, wie Metzen in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung vorrechnet. So zahle man - je nach Händler - für zehn Masken zwischen 20 und 50 Euro. Metzens Masken kosten 15 Euro - 10 austauschbare Filter inklusive. Für weitere 15 Euro bekommt man 50 Filter dazu - der Preisvorteil ist ersichtlich.

Teure FFP2-Masken bald Pflicht in Bayern: Unternehmer Norbert Metzen schafft günstige Mehrweg-Variante

„Die Nachfrage ist enorm, mein Telefon steht nicht mehr still“, so Metzen, dem die CSU-Regierung mit ihrer neuen Regelung womöglich das Geschäft seines Lebens beschert hat. Der Grundgedanke sei Nachhaltigkeit gewesen, sagt Metzen. Seine Masken bestehen vorwiegend aus Elasthan und Polyester, sind also waschbar und wiederverwendbar. Dass es sich dabei um ein zertifiziertes medizinisches Produkt handelt, kann Metzen mittels Urkunde vorweisen. Zudem hat er seine Maske beim Deutschen Patent- und Markenamt in München angemeldet. Bereits jetzt beliefert er unter anderem Krankenhäuser, Schulen und Pflegeheime mit seinen Masken. Für größere Bestellungen gibt es Mengenrabatt.

FFP2-Masken zum Wiederverwenden: Germeringer Unternehmer hat geniale Idee - und Kritik für die Söder-Regierung

Hergestellt werden die Stoffmasken oder „Medizinischen Masken“, wie Metzen sie nennt, in einer Textilfabrik in der Slowakei, deren Eigentümer Metzen ist. Die Vliesteile bekommt er von einer Firma in Oberfranken geliefert. Zwar gebe es auch eine Internetseite, auf denen der Handel betrieben würde das meiste laufe jedoch „über Facebook und Mundpropaganda“ berichtet Metzen in der SZ. Bislang wurden in seiner Firma vor allem Merchandising-Artikel für Sport-Teams wie zum Beispiel Borussia Dortmund hergestellt. Doch das Geschäft ist coronabedingt natürlich auch eingebrochen: „Keine Zuschauer - keine Fanartikel“ sagt Metzen. Das Maskengeschäft hält seine Firma nun am Laufen und sichert die Arbeitsplätze seiner rund 30 Mitarbeiter:innen.

In Hinblick auf die neue FFP2-Masken-Regelung in Bayern kann Metzen allerdings nur den Kopf schütteln. „Mit den normalen FFP2-Masken ist die notwendige Stückzahl nicht zu schaffen“, ist der Unternehmer sich sicher. Da die Masken quasi täglich gewechselt werden müssen, habe man in Bayern in den nächsten Wochen einen Bedarf von bis zu 50 Millionen Masken, rechnet er aus. Abgesehen von Lieferengpässen sieht er auch noch ein anderes Problem: Die Masken, landen alle im Müll. kah

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