Bürgerliches Engagement

Finanzkrise gefährdet Stiftungen

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Die Finanzkrise macht es vielen Stiftungen in Niedersachsen schwer möglich weiterhin Projekte zu unterstützen.

Hannover - Stiftungen wollen Gutes tun, kämpfen aber seit der Finanzkrise selbst mit dem Überleben. Am Freitag treffen sich 225 Stiftungen beim ersten niedersächsischen Stiftungstag.

Sie unterstützen Umwelt-, Wissenschafts- oder Sozialprojekte, dabei brauchen sie eigentlich selbst Hilfe - durch die Finanzkrise steht vielen der rund 2000 Stiftungen in Niedersachsen das Wasser bis zum Hals. Niedrige Renditen hätten vor allem bei kleineren Stiftungen die Einnahmen in den vergangenen vier Jahren halbiert, sagt Karsten Behr, Geschäftsführer der niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung. Gemeinnützige Organisationen bekämen für Geldanlagen ohnehin schlechtere Konditionen als Privatpersonen.

Ehrenamtlich geführte kleine Stiftungen seien - anders als kirchliche - kaum in der Lage, im großen Stil Spenden einzuwerben, sagt Behr. Kein Wunder also, dass die Hälfte der Spenden in Niedersachsen an kirchliche Stiftungen geht, die oft professionell Fundraising betreiben. Im Bundesschnitt geht nur ein Viertel der Spenden an die Kirchen. In Krisenzeiten seien allerdings immer weniger Menschen bereit, überhaupt zu spenden, sagt Behr. Die Stiftungen mögen mitunter zwar klein sein, ihre Wirkung ist es nicht: Kleinere und mittlere Stiftungen fördern landesweit rund 75.000 Projekte.

Michael Beier von der Heinz-Sielmann-Stiftung in Duderstadt kritisiert, dass zahlreiche selbständige Stiftungen von Anfang an zu wenig Kapital hätten: „Die Mindestkapitalgrenze von 50.000 Euro ist viel zu niedrig, zwei Millionen Euro braucht man schon.“

Wenn es finanziell eng wird, kann der Zusammenschluss helfen - deshalb werden Vernetzung und Kooperationen, auch mit größeren Organisationen, sicherlich ein wichtiges Thema beim ersten niedersächsischen Stiftungstag sein, der am Freitag ab 11.30 Uhr auf dem Kulturcampus Domäne Marienburg der Universität Hildesheim stattfindet. Rund 225 Stiftungen nehmen teil. Die Uni Hildesheim gehört zu den landesweit fünf Stiftungshochschulen. Diese hätten mehr Autonomie, sagt ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums. Sie stünden nur noch unter Rechts-, nicht mehr unter genereller Aufsicht des Staates. Der nächste Stiftungstag ist für 2015 in Braunschweig geplant.

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