1. WLZ
  2. Panorama

Droht nächste Umweltkatastrophe? Zahlreiche tote Aale im Bodensee entdeckt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Fabian Müller

Kommentare

Toter Aal
Ein verendeter Aal (Symbolbild). © Nikhil Gangavane/Imago

Im Bodensee sind zahlreiche tote Aale entdeckt worden. Die Ursache ist noch unklar. Ob hohe Temperaturen, der niedrige Wasserstand oder giftige Substanzen Schuld sind, wird derzeit untersucht.

Konstanz - Im Bodensee bei Konstanz sind zahlreiche tote Aale entdeckt worden. Wie ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums in Stuttgart am Dienstag mitteilte, haben Menschen die toten Aale neben dem Seerhein in Konstanz auch im Hafenbereich des Fährhafens im Teilort Staad sowie an der Seepromenade gemeldet. Zuvor hatten Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten über die toten Aale berichtet.

Die Ursache für das derzeitige Aalsterben sei unklar, sagte der Ministeriumssprecher. Es habe allerdings in den Hitzesommern 2003 und 2018 infolge von längeren Warmwetterperioden, die mit niedrigen Wasserständen einhergingen, bereits ein Aalsterben im Bodensee gegeben. Deshalb könne man auch bei den aktuell festgestellten Befunden von einer solchen Ursache ausgehen und nicht von stofflichen Einträgen als Auslöser.

Umweltkatastrophe am Bodensee? Zahlreiche tote Aalkadaver entdeckt

In einigen geschützten Buchten des Bodensees habe es laut Stuttgarter Zeitung zuletzt Temperaturen von bis zu 28 Grad gegeben. Aale vertragen solch hohe Temperaturen nicht. Ein weiteres Problem ist der aktuell niedrige Wasserstand im See. Bereits Anfang August habe das Niveau einen Pegel erreicht, der sonst erst im Oktober üblich ist.

Das einzige, was laut Experten nun gegen den niedrigen Wasserstand und die hohen Wassertemperaturen helfen könnte, ist Regen. Der ist allerdings erst für das Wochenende vorhergesagt. Ob noch weitere Tiere gefährdet sind, ist derzeit nicht abzusehen.

Video: „Katastrophaler Fall“: Welche Folgen hat das Fischsterben in der Oder für das Ökosystem?

In den vergangenen Tagen hat bereits das massenhafte Sterben von Fischen in der Oder für Schlagzeilen gesorgt. Der Grund ist auch hier noch nicht endgültig geklärt, die Behörden halten mehrere Ursachen für möglich. Verantwortlich könnte ein „Chemie-Cocktail“ sein, sagte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums. Jedoch habe wohl keine einzelne Substanz zu den vielen Tonnen Fischkadavern geführt. (fmü/dpa)

Auch interessant

Kommentare