Gerichtsurteil

Fisch-Wellness ist erlaubt

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Foto: Kangal-Fische beim Wellness einzusetzen ist kein Verstoß gegen den Tierschutz.

Gelsenkirchen/Essen - Fische dürfen auch zu Kosmetikbehandlungen eingesetzt werden – wenn sie artgerecht gehalten werden. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen sieht darin keinen Verstoß gegen den Tierschutz. Geklagt hatte eine Friseurin, die Fisch-Spa-Anwendungen anbieten wollte.

Die Stadt Essen muss nach einem am Dienstag veröffentlichten Urteil des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen der Besitzerin eines Friseursalons erlauben, Fisch-Spa-Behandlungen anzubieten. Im konkreten Fall sei das zu erwartende Leid für die Fische deutlich geringer als der Nutzen der Behandlung, auch wenn dieser nur im Kosmetik- und Wellnessbereich liege, erklärten die Richter.

Die Klägerin hatte seit 2011 in ihrem Friseursalon im Essener Stadtteil Rüttenscheid eine Behandlung mit Kangal-Fischen angeboten. Dabei halten Kunden Beine oder Arme in ein Becken mit den Fischen, die dann Schuppen von der Haut abknabbern. In der türkischen Kleinstadt Kangal, in der die Fische in einem von heißen Quellen gespeisten Bach natürlich vorkommen, ist dies nach Angaben des Gerichts seit langer Zeit üblich.

Die Stadt Essen habe 2011 auf Anfrage der Salonbetreiberin zunächst keine Einwände gegen die Behandlung erhoben, erklärten die Richter. Auf Anweisung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz untersagte die Kommune dann aber Ende 2011 den Einsatz der Fische mit Verweis auf eine fehlende Genehmigung nach dem Tierschutzgesetz. Eine solche Erlaubnis verweigerte die Stadt der Klägerin anschließend.

Das Gericht erklärte, bei den Haltungs- und Einsatzbedingungen in dem Salon der Klägerin stehe die Fisch-Spa-Behandlung im Einklang mit dem Tierschutzgesetz. Nicht nur medizinische, sondern auch kosmetische Zwecke könnten in diesem Zusammenhang nachvollziehbar und billigenswert sein. Die Richter betonten, es komme aber auf den konkreten Einzelfall an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

epd

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