Meinungsforschungsinstitut Insa

Ü 50 - fit, optimistisch, sozial

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Foto: Menschen über 50 sind optimistischer, leben gesünder, haben ein dickeres finanzielles Polster und eine sozialere Einstellung zu ihren Mitmenschen.

Hannover - Der demografische Wandel in Deutschland hat nach Einschätzung der Meinungsforscher auch Vorteile. Menschen über 50 sind optimistischer, leben gesünder, haben ein dickeres finanzielles Polster und eine sozialere Einstellung zu ihren Mitmenschen.

Jeder zweite Bürger in Deutschland ist heute älter als 50 Jahre. Wer dies negativ sieht, spricht oft von der „grauen Generation“, Optimisten definieren sie eher als „Best Ager“, also Menschen im besten Alter. Vermutlich ist letzteres eher zutreffend, wie eine Studie nun belegt. Das Erfurter Meinungsforschungsinstitut Insa hat in einer repräsentativen Umfrage untersucht, wie das Alter die Sicht auf das Leben verändert.

Das Ergebnis: Menschen über 50 sind optimistischer, leben gesünder, haben ein dickeres finanzielles Polster und eine sozialere Einstellung zu ihren Mitmenschen. Das liegt auch daran, dass man jenseits der 50 oft auf der obersten Stufe der Karriereleiter steht und gut verdient. Außerdem können Senioren heute meist auf eine ungebrochene Erwerbsbiografie zurückblicken, die jüngere Menschen nicht haben. „Die Ergebnisse stimmen hoffnungsfroh“, sagt der Staatssekretär beim Bundesinnenministerium, Günter Krings.

Manches Ergebnis der Studie, für die 2013 und 2014 mehr als 3000 repräsentativ ausgewählte Bürger per Telefon und online befragt wurden, sollte die Politik aber auch nachdenklich stimmen. Altersübergreifend lehnt eine Mehrheit (66 Prozent) die Rente mit 67 Jahren ab, aber gleichzeitig ist sie dafür, dass jeder so lange arbeiten darf, wie er will. 52 Prozent erklären zudem, viel zu früh in den Ruhestand geschickt worden zu sein. Höhere Energiepreise, um die Energiewende zu finanzieren, werden in allen Altersgruppen sehr kritisch gesehen. Und: Bei den unter 50-Jährigen nutzt jeder das Internet, bei den Senioren sind es beachtliche 83 Prozent.

Moral Moralische Verhaltensnormen sind eher etwas für Ältere. 51 Prozent der unter 50-Jährigen handeln moralisch, bei Senioren aber sind es 73 Prozent. Dies spiegelt sich auch darin wieder, dass mehr als jeder zweite Befragte beabsichtigt, im Ruhestand ein Ehrenamt auszuüben. Derzeit engagiert sich ein knappes Drittel der Bundesbürger ehrenamtlich.

Arbeit Senioren sind zufriedenere Mitarbeiter. 38 Prozent der über 50-Jährigen fühlen sich wohl am Arbeitsplatz; bei den Jüngeren sind es nur 15 Prozent. 56 Prozent der über 50-Jährigen geben an, sich beruflich verwirklicht zu haben, nur gut ein Drittel der Jüngeren kann das sagen. Ältere plagen öfter körperliche Leiden, werden aber seltener psychisch krank.

Soziales Geld allein macht nicht glücklich. 36 Prozent der über 50-Jährigen üben ein Ehrenamt aus; die Jüngeren tun dies nur zu 24 Prozent. Allen gemein ist, Sinnvolles für die Gesellschaft tun zu wollen. Stärker ausgeprägt ist bei Älteren die Bereitschaft, Angehörige zu pflegen (66 Prozent), bei unter 50-Jährigen würden dies nur 43 Prozent tun.

Gesundheit Gesundheit ist eine Frage des Einkommens: Nur 39 Prozent der Menschen, die 500 Euro im Monat haben, fühlen sich unabhängig vom Alter gesund, sind es aber 4000 Euro, steigt der Wert auf 77 Prozent. Dafür leben Ältere gesundheitsbewusster. 29 Prozent der unter 50-Jährigen raucht; bei den Senioren sind es nur 19 Prozent.

Finanzen Mehr Freizeit, mehr Geld. Beim Thema Finanzen leben Ältere sorglos. 39 Prozent schätzen ihre Vermögensverhältnisse als gut bis sehr gut ein. Bei den unter 50-Jährigen sind es nur 25 Prozent. 29 Prozent hingegen leben in schlechten finanziellen Verhältnissen. Dies glauben im Gegenzug aber nur 20 Prozent der Senioren.

Lebenslust Alter schafft Gelassenheit: 41 Prozent der Senioren fürchten sich davor, nicht mehr gebraucht zu werden. Bei den unter 50-Jährigen sind es dagegen 54 Prozent. Wichtiger werden im Alter die Kinder: Sie gehören zum Lebensglück dazu, sagen 74 Prozent der Senioren. Bei den unter 50-Jährigen stimmen nur 59 Prozent der Aussage zu.

Ernährung Essen, was schmeckt? Das gilt für Jüngere. Nur ein Drittel der unter 50-Jährigen isst einmal am Tag Gemüse, bei Obst sind es 46 Prozent. Bei älteren Menschen sind es 58 beziehungsweise 71 Prozent. Dafür greifen mehr als zwei Drittel der Jüngeren einmal täglich zu Süßigkeiten und Kuchen. Von den Älteren tut dies nur jeder Vierte.

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