Hildesheim

Der Uhu flattert wieder

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Lieblinge am Domhof: Die zwei jungen, inzwischen flüggen Uhus.

Hildesheim - Sein Schicksal bescherte dem Hildesheimer Dom Schlagzeilen - jetzt fliegt er wieder: Ein junger Uhu, der vor einigen Wochen aus dem Nistkasten im Westwerk abgestürzt war, flattert wieder mit seiner Familie um das Gotteshaus.

Wie berichtet, hatte Werner Ziaja vom Wildgatter-Verein das Jungtier mit nach Hause genommen. Es erholte sich bestens und konnte zu seiner Familie zurückgebracht werden.

Damit entwickeln sich zwei der drei Uhu-Jungen vom Dom prächtig. Ein drittes ist allerdings verendet. Es hatte sich mit Parasiten infiziert, die von Tauben übertragen werden. Und die stehen bei den Großeulen nun mal häufig auf der Speisekarte. Eine Speisekarte übrigens, die sich die Uhus weitgehend mit den Wanderfalken teilen, die gegenüber am Andreasturm nisten. Ihnen schmeckte die neue Nachbarschaft überhaupt nicht.

Unter Missachtung der Ökumene griffen die „evangelischen“ Wanderfalken schon mehrfach die „katholischen“ Uhus an - Weihbischof Hans-Georg Koitz wurde bereits Augenzeuge wilder Kampfszenen. „Das ist aber normal in freier Wildbahn“, betont Jürgen Selke-Witzel, Umweltbeauftragter des Bistums. Die jungen Uhus wussten sich durchaus zu wehren: „Die legen sich auf den Rücken und fahren die Krallen aus.“ Falken sollen sich im nächsten Jahr auch wieder am Westwerk ansiedeln. „Wir verengen das Einflugloch, dann passen die Uhus nicht mehr durch“, kündigt Selke-Witzel an. Die Uhus seien dennoch willkommen: Sie sollen ihr Domizil auf dem Dach des Kreuzgangs bekommen: „Dort ist weniger Trubel“, hofft Selke-Witzel.

Unterdessen haben Bischof Norbert Trelle und Weihbischof Koitz Patenschaften für die Jung-Uhus übernommen, spenden jeweils 100 Euro an die Gesellschaft zur Erhaltung der Eulen. Im Gegenzug dürfen sie den beiden Namen geben, eine Entscheidung steht noch aus.

Von Tarek Abu Ajamieh

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