Vor Wilhelmshaven

Fliegerbombe im Watt gesprengt

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Foto: Bombe im Watt gesprengt: Wegen der Gezeiten hatten die Behörden am Mittwoch auf Niedrigwasser warten müssen.

Wilhelmshaven - Im Watt vor Wilhelmshaven ist eine britische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gesprengt worden. Weil die Bombe nicht entschärft werden konnte, musste sie am Fundort gesprengt werden, wie ein Sprecher des Ordnungsamtes der Stadt am Mittwoch.

Am Morgen hätten rund 300 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen müssen. Auch ein Hotel wurde evakuiert. Ein Wattwanderer hatte den 200 Kilogramm schweren Blindgänger am Dienstag 750 Meter vom Ufer entfernt im Jadebusen entdeckt. Wegen der Gezeiten hatten die Behörden am Mittwoch auf Niedrigwasser warten müssen. Während der Sprengung waren nach Polizeiangaben alle Straßen um den südlichen Strandabschnitt gesperrt.

Die britische Fliegerbombe hatte einen Säurezünder. Derartige Langzeitzünder gelten bei der Entschärfung als besonders gefährlich. Eine Scheibe aus dem Kunststoff Celluloseacetat hält dabei einen Schlagbolzen, der letztlich die Zündung auslöst. Zerbricht eine mit Aceton gefüllte Glasampulle im Zündergehäuse, löst sich die Kunststoffscheibe langsam zu Essigsäure auf. Der Schlagbolzen wird freigegeben, die Bombe explodiert.

Nur rund zehn Prozent der Sprengbomben waren mit derartigen Säurezündern ausgerüstet. Weil sie aber häufig versagten, ist ihr Anteil an den Blindgängern hoch. Aufschlagzünder arbeiten dagegen rein mechanisch, ihr Entschärfen gilt als weit weniger gefährlich.

dpa

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