Fahndung nach Straftäter

Flüchtiger Sextäter hatte fast 200 Freigänge

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Foto: Die Polizei sucht diesen Mann. Er soll ein Mädchen sexuell missbraucht haben und befindet sich auf der Flucht.

Lingen - Noch immer gibt es keine Spur von dem gefährlichen Straftäter, der ein 13 Jahre altes Mädchen während seines Freigangs sexuell missbraucht haben soll. Bis zu seiner Flucht hatte er fast 200 unbegleitete Freigänge.

Noch keine Spur gibt es von einem gefährlichen Straftäter, der von einem Freigang aus der Sicherungsverwahrung der JVA Lingen nicht zurückgekehrt ist. Der 51-Jährige sei weiter auf der Flucht, sagte ein Sprecher der Polizei in Lingen.

Der flüchtige Sextäter hatte fast 200 unbegleitete Freigänge ohne Zwischenfälle, bevor er rückfällig wurde. Das sagte Niedersachsens Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz (Grüne) am Mittwoch in Hannover. Bei einem Ausgang vergangene Woche vergewaltigte der Mann eine 13-Jährige in der Wohnung eines Bekannten. Danach kehrte er nicht in die JVA zurück.

Eine letzte Begutachtung des 51-Jährigen habe ergeben, dass die Lockerungen nicht zu beanstanden gewesen seien, sagte die Ministerin. Für eine Entlassung sei der Mann aber noch nicht reif gewesen.

Stichwort: Sicherungsverwahrung

Die Sicherungsverwahrung dient nicht der Sühne einer Straftat. Sie ist vielmehr ein Schutz für die Menschen vor gefährlichen Verbrechern, die ihre eigentliche Strafe bereits abgesessen haben. Geregelt ist sie im Paragraf 66 des Strafgesetzbuches. Dort heißt es unter anderem, dass sie angeordnet werden kann, wenn die Gesamtwürdigung eines Täter und seiner Taten ergibt, dass er für die Allgemeinheit gefährlich ist. Ein Gericht kann sie anordnen, wenn zuvor ein psychiatrischer Gutachter einen Täter als langfristig gefährlich einstuft.

Der 51-jährige Sicherungsverwahrte hat nach Angaben des Osnabrücker Oberstaatsanwalts Alexander Retemeyer „diverse Vorstrafen in alle Richtungen im Bereich schwerster Gewaltkriminalität inklusive Sexualstraftaten“. Zuletzt war der offenbar alkoholkranke Mann 2002 vor dem Landgericht Stade nach einer Schlägerei und Stichen mit einem Teppichmesser zu langen Haftstrafen verurteilt worden. Außerdem verhängte das Gericht auf Antrag der Staatsanwaltschaft Stade wegen der Gefährlichkeit des Mannes die Sicherungsverwahrung.

lni/ska/doe

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