Einflugschneise vom Flughafen

Flugzeug verliert Teil über Frankfurt

+
Das etwa 4,4 mal 1,2 Meter große Teil war von einem landenden Flugzeug verloren worden.

Frankfurt am Main - Spaziergänger finden im Wald ein Flugzeugteil. Es hat nur Büsche getroffen aber in der Nähe ist eine Autobahn. Ausbaugegner des Flughafens sind alarmiert.

Acht Meter neben einem Waldweg, ganz in der Nähe einer Autobahn liegt das vier Meter lange und einen Meter breite Metallteil zwischen den Büschen. Sofort ist klar: Das muss ein Flugzeug verloren haben. Klaus Rehnig von der Bürgerinitiative Stop-Fluglärm.de ruft die Polizei, die eine Woche zuvor bereits vergeblich diese Gegend abgesucht hatte. Dass ausgerechnet ein Fluglärmgegner das verlorene Flugzeugstück beim Spaziergang im Frankfurter Stadtwald gefunden haben, sei reiner Zufall, versicherte Rehnig am Mittwoch.

Aber natürlich werfe der Vorfall in der Einflugschneise, der sich schon eine Woche zuvor ereignet hatte, ein Schlaglicht auf die Gefahrenlage rund um den Frankfurter Flughafen. Das Teil sei in der Nähe einer Autobahn heruntergefallen: "Wir hatten Glück im Unglück - es hätte auch ein Auto treffen können." Oder einen Radfahrer oder spielende Kinder: Der Frankfurter Stadtwald ist voller Wander- und Radwege, es gibt ein halbes Dutzend Spielplätze und vielfältige Freizeitangebote, Häuser sind auch nicht weit.

Christian Becker ist der Ortsvorsteher des Stadtteils Sachsenhausen, in dem das Wrackteil gefunden wurde. Er äußerte sich besorgt: "Da sind vier Quadratmeter einfach vom Himmel gefallen", sagte der CDU-Politiker. "Ich bin froh, dass nichts Schlimmes passiert ist." Die Maschine müsse überprüft werden. "Es stellt sich die Frage, mit welchen klapprigen Maschinen hier gelandet wird."

Die reine Idylle ist der Forst nicht: Autobahnen, Straßen und Schienen durchschneiden das rund 5000 Hektar große Gebiet im Süden der Stadt. Und alle paar Minuten donnert ein landendes Flugzeug über die Baumwipfel. Einer der größten Flughäfen der Welt ist nur wenige Kilometer entfernt. Im ersten Halbjahr dieses Jahres gab es dort nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport knapp 230.000 Starts und Landungen. Der Vorfall sei ein Warnschuss, meint Rehnig, der sich nicht als Flughafen-, sondern als Ausbaugegner bezeichnet. Über einem so dicht besiedelten Gebiet wie dem Rhein-Main-Gebiet dürften nicht noch mehr Flugzeuge unterwegs sein, ein weiterer Ausbau des Flughafens sei zu gefährlich.

Flugzeuge verlieren nach Angaben der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) extrem selten Teile - der jetzt bekanntgewordene Abriss eines Teils der Landeklappe war in Deutschland erst der zweite. Auch der erste Zwischenfall dieser Art habe sich in Frankfurt ereignet, 2009 - auch damals gab es keine Schäden. Wochenlang soll das sogenannte Flap, ein Teil der Landeklappen, damals in einer Baumkrone gehangen haben und erst nach dem Blätterfall im Herbst entdeckt worden sein.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare