Landkreis Lüchow-Dannenberg

Folgen des Hochwassers noch immer spürbar

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Foto: Die Bewohner von Neu Darchau ärgern sich über die langsam verrottenden Sandsäcke. Allein dort sind es noch fast 200.000.

Hannover - Die Auswirkungen des Elbe-Hochwasser sorgen für Ärger. Die einst ersehnten Sandsäcke beginnen zu verrotten, die Bahn muss wegen durchweichter Strecken weite Umwege fahren. Und das kann noch dauern.

Knapp sechs Wochen nach dem Rekord-Hochwasser der Elbe hat auch Niedersachsen noch immer an den Folgen zu tragen. Hunderttausende Sandsäcke liegen noch an den Flussufern. Zudem ist der Fernverkehr der Bahn weiterhin beeinträchtigt. So ist die ICE-Strecke zwischen Berlin und Hannover nur teilweise nutzbar, weil ein Streckenabschnitt an der Elbbrücke in Sachsen-Anhalt überflutet worden war. Von den Umleitungen besonders betroffen sind nach wie vor mehrere hundert Pendler, die täglich aus Berlin zur Arbeit nach Wolfsburg fahren. Dort hatte die Stadt geplant, die Pendler in einer ehemaligen Kaserne und Wohnwagen unterzubringen.

Mit dem von Montag an (29.) geltenden Interimsfahrplan können die Pendler Wolfsburg zwar wieder direkt erreichen, doch brauchen sie dafür mehr als zwei Stunden - rund doppelt so lange wie vor dem Hochwasser. Ein Ende der Beeinträchtigungen sei nicht abzusehen, erklärte ein Bahnsprecher. Erst wenn der überflutete Streckenabschnitt vollständig abgetrocknet sei, könnten die Untersuchungen beginnen.

Über die langsam verrottenden Sandsäcke ärgern sich vor allem Bewohner Neu Darchaus im Landkreis Lüchow-Dannenberg. Allein dort sind es noch fast 200.000. Wieviele der ursprünglich rund vier Millionen in Niedersachsen gefüllten Säcke bereits abtransportiert worden sind, weiß niemand. „Während des Katastrophenalarms war allein der Landkreis zuständig“, sagt Kreissprecherin Julia Schulz.

Doch mit dem Ende des Katastrophenalarms hätten sich die Zuständigkeiten wieder geändert. „Der Landkreis ist jetzt nur noch für die Sandsäcke an den Kreisstraßen zuständig. Niedersachsen muss sich um die Landstraßen kümmern. Wo an der Elbe Deichverbände gegründet wurden, sind diese zuständig.“ Wo es keine Deichverbände gebe, seien die Samtgemeinden zuständig.

„Wir sind für Neu Darchau zuständig, ohne Wenn und Aber“, betont Jürgen Meyer, parteiloser Bürgermeister der Samtgemeinde Elbtalaue. „Zum größten Teil werden wir die Sandsäcke entsorgen lassen“, kündigt er an. Einige wolle er aber auch ins Deichvorland für einen Notweg am Deich abrutschen lassen, falls die Verwaltung des Biosphärenreservates zustimme. „Falls möglich wollen wir einen Teil für einen Notdeich nutzen und mit Erde bedecken. So hätten wir eine Schutzmaßnahme, bis ein endgültiger Hochwasserschutz für Neu Darchau fertiggestellt ist.“ Erste Konzepte dafür sollen am 22. August den Bürgern vorgestellt werden. „Früher hatten wir die Probleme in dem Umfang nicht. Erst die Rekord-Hochwasser der vergangenen Jahre haben den Ort in Gefahr gebracht.“

dpa

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