Höllenengel in Spanien hinter Gittern

Frank Hanebuth drohen 23 Jahre Gefängnis

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Foto: Bei seiner Festnahme hatte Höllengel Frank Hanebuth noch gut lachen. Jetzt drohen ihm 23 Jahre Haft.

Mallorca/Hannover - Dem ehemaligen Chef der hannoverschen Hells Angels, Frank Hanebuth, drohen nach seiner Festnahme auf Mallorca bis zu 23 Jahre Gefängnis. Dies sagte der Einsatzleiter der spanischen Nationalpolizei auf der Ferieninsel, Diego Cazalla.

Seit knapp zwei Wochen sitzt Hells Angel Frank Hanebuth auf der Ferieninsel Mallorca im Gefängnis. Dieser Zustand könnte nach Einschätzung der dortigen Ermittler auch noch eine Weile andauern. Denn Hanebuth drohen bei einer Verurteilung 23 Jahre Haft. Das sagte jetzt der Einsatzleiter der spanischen Nationalpolizei, Diego Cazalla, dem Nachrichtenmagazin Focus.

Hanebuth, der sich nach der Auflösung des hannoverschen Höllenengelklubs im Juni 2012, dem mallorquinischen Ortsverein der Rocker angeschlossen und vor wenigen Monaten zu Präsidenten des Charters wählen ließ, ist nach Einschätzung des Inspektors die zentrale Figur bei den illegalen Machenschaften auf der Insel. „Alle Fäden laufen bei der Person Frank Hanebuth zusammen. Er bewegt Millionen, aber nichts ist auf seinen Namen eingetragen. Es war schwierig, dieses Spinnennetz zu entwirren“, zitiert der Focus den 35-jährigen Beamten.

Zwei Jahre lang ermittelte ein Team von 20 Polizisten in dem Fall. Ausgelöst wurden die Untersuchungen durch Strafanzeigen wegen Erpressung im Rotlichtmilieu. Doch erst vor zwei Wochen glaubten die Behörden offenbar, so viel gegen die Rocker in der Hand zu haben, dass sie eine Großrazzia starten konnten. 25 Personen wurden dabei vorläufig festgenommen. In den nächsten Tagen rechnet die spanische Polizei mit weiteren Festnahmen. Derzeit lauten die Vorwürfe unter anderem auf Bildung einer kriminellen Vereinigung, Förderung illegaler Prostitution, Drogenhandel und Geldwäsche. Nach Angaben der spanischen Ermittler planten die Hells Angels um Hanebuth sogar, mit illegal in Deutschland und in der Türkei erworbenen Millionen auf Mallorca eine Großanlage für Formel-1-Wettkämpfe zu erreichten.

Hanebuths Rechtsanwalt Klaus Beyer allerdings sagt gegenüber der HAZ: „Das ist doch alles Quatsch, ich bin sicher, von den Vorwürfen wird am Ende nichts übrig bleiben.“ Er vertritt den Rocker in Spanien. Mit den Besitzern des Grundstücks, auf dem die Rennstrecke angeblich entstehen sollte, sei inzwischen gesprochen worden. „Die wissen weder von den Hells Angels noch von meinem Mandanten“, erklärt der Jurist. Auch Hanebuths hannoverscher Anwalt Götz von Fromberg verurteilt das Vorgehen der spanischen Behörden: „Es ist sehr kritisch zu sehen, dass sich ein Einsatzleiter der Polizei in diesem laufenden Verfahren äußert, denn dafür ist allein die spanische Justiz zuständig.“

Frank Hanebuth sitzt auf Mallorca weiter in U-Haft, in einer Einzelzelle, ohne Kontakt zu anderen Inhaftierten. „Er hat regelmäßig die Möglichkeit, nach draußen zu telefonieren, auch Besuch ist ihm gestattet“, sagt Rechtsanwalt Beyer. Er rechnet vorerst nicht damit, dass der Rockerchef aus dem Gefängnis entlassen wird. „Das ganze Material, das bei den Durchsuchungen sichergestellt worden ist, muss erst einmal gründlich gesichtet werden – das wird einige Zeit in Anspruch nehmen.“ So wird der Rocker wohl auch seinen Geburtstag im Gefängnis verbringen müssen: Am 12. September wird Hanebuth 49 Jahre alt.

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