Weitere Verbrechen

Frauenmörder erneut unter Verdacht

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Northeim/Schüttorf - Ein wegen Frauenmordes vorbestrafter Mann steht im Verdacht, zwei weitere Gewaltverbrechen begangen zu haben. Der Mann war erst im Sommer auf Bewährung entlassen worden. Einsatzkräfte entdeckten jetzt in einer Wohnung in Schüttorf (Grafschaft Bentheim) die Leiche einer 42-jährigen Frau - der Freundin des Mannes.

Die Obduktion habe ergeben, dass die Frau gewaltsam ums Leben gekommen sei und bereits mehrere Tage tot unter einem Bett gelegen habe, teilte die Staatsanwaltschaft Osnabrück mit.

Die Polizisten hatten die Wohnung aufgesucht, weil sie nach dem 49-jährigen Mann fahndeten. Er soll am Freitagabend versucht haben, eine 39-jährige Frau in Northeim (Kreis Göttingen) zu töten. Nach mehrtägiger Fahndung nahmen ihn Beamte in der Nacht zum Dienstag in der Wohnung eines Freundes in Bassum (Kreis Diepholz) fest.

Das Landgericht Oldenburg hatte den aus dem Landkreis Friesland stammenden Mann im Dezember 1989 wegen Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Er hatte im März 1988 seine 22-jährige Freundin erwürgt, weil diese sich von ihm getrennt hatte. Zuletzt hatte er in Lingen im Emsland eingesessen. Im August 2013 wurde er auf Bewährung entlassen.

Jetzt steht er im Verdacht, nur drei Monate nach seiner Entlassung erneut zwei Gewaltverbrechen an Frauen begangen zu haben. Ausgelöst wurde die Fahndung nach dem Vorfall in Northeim: Der Verdächtige hatte dort am Freitag eine 39-jährige Frau besucht. Als diese ihn abends aufforderte, die Wohnung zu verlassen, soll er ihr mit einem Gegenstand auf den Kopf geschlagen haben. Nachbarn hörten ihre Schreie und riefen die Polizei. Der Mann entkam.

Im Zuge der Fahndung überprüfte die Polizei auch die Wohnung seiner Freundin in Schüttorf. Zuvor hatte die Mutter der 42-Jährigen ihre Tochter als vermisst gemeldet. Bei der Durchsuchung entdeckten die Beamten dann die Leiche. Noch sei unklar, ob der Mann die Frau getötet habe, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Osnabrück. Der Todeszeitpunkt sei nicht genau bestimmbar, dieser könne bereits mehrere Tage zurückliegen. Nähere Angaben zur Todesursache machte er nicht.

Der 49-Jährige hatte seine Freundin bereits während seiner Haftzeit kennen gelernt. Beide sollen im September einen gemeinsamen Urlaub in der Türkei verbracht haben. Diese Beziehung war auch einer der Gründe dafür, dass er im August nach fast einem Vierteljahrhundert im Gefängnis zur Bewährung auf freien Fuß gekommen war. Es sei nicht ansatzweise zu erkennen gewesen, dass er erneut eine Straftat begehen könnte.

Vor zehn Jahren war der 49-Jährige schon einmal aufgrund einer günstigen Prognose zur Bewährung aus der Haft entlassen worden. Im Juli 2004 widerrief das Landgericht Oldenburg die Bewährung. Das Amtsgericht Syke hat einen neuen Haftbefehl wegen Verdachts des versuchten Totschlages und gefährlicher Körperverletzung erlassen.

Von Heidi Niemann

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