Zum Saisonbeginn

Freibäder in Niedersachsen kämpfen mit hohen Energiekosten

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Foto: Die Freibäder in Niedersachsen und Bremen kämpfen mit den steigenden Energiekosten.

Osnabrück/Bremen - Richtiges Freibadwetter sieht anders aus, doch vielerorts hat die Saison begonnen. Wegen steigender Energiekosten setzen etliche Bäderbetreiber in Niedersachsen jetzt auf alternative Wärmegewinnung. Das Wasser einfach ein paar Grad kälter lassen? Keine Alternative.

Die Freibäder in Niedersachsen und Bremen kämpfen mit den steigenden Energiekosten. Die Betreiber reagieren darauf ganz unterschiedlich: Die einen öffnen erst bei sommerlichen Temperaturen, andere etwa nutzen verstärkt alternative Energien. Und wieder andere erhöhen in dieser Saison die Preise, wie eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa ergab. Einige Bäderbetreiber bauen auf eine Kombination aus allen drei Maßnahmen und eine Idee lehnen alle unisono ab: Das Wasser einfach ein paar Grad kälter lassen, ist für sie keine Alternative - dann bleiben die Gäste vielleicht erst recht weg.

Die Stadtwerke Osnabrück etwa hoben die Eintrittsgelder für das Nettebad an, weil neben den Energie- auch die Personalkosten kompensiert werden mussten, sagt Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer. Zugleich investierte der Bäderbetreiber in eine Geothermieanlage. "Wir haben schon an ganz vielen Stellschrauben gedreht, dennoch bleiben die Energiekosten immens", erklärt Hörmeyer. Der Eintritt im Moskaubad bleibe aber unverändert.

In Bremen müssen die Besucher aller Freibäder tiefer in die Tasche greifen. "Wir haben allein im Bereich Strom etwa zehn Prozent höhere Kosten für das nächste Jahr zu erwarten", sagte Martina Baden, Geschäftsführerin der Bremer Bäder GmbH.

Die Wassertemperatur zu senken, um Energiekosten zu sparen, sei nicht möglich, sagte der technische Leiter der Bremer Bäder, Michael Brockmann. Die Freibäder nutzten vor allem Solar-Absorber-Anlagen zur Wärmegewinnung. "Die Temperatur ist somit nicht steuerbar, sondern hängt von der Sonneneinstrahlung ab", erklärte Brockmann. Deshalb könnten Schwimmer dort in den Freibädern auch frühestens um Himmelfahrt ihre ersten Bahnen ziehen. Vorher sei das Wasser noch zu kalt, betonte Brockmann. Aber auch zum Saisonstart werde das Nass mit vermutlich 18 bis 19 Grad Celsius noch recht kühl sein.

Deutlich wärmer haben es dagegen bereits jetzt die Besucher im Freibad Fallersleben in Wolfsburg. Dort wird das Wasser im Moment auf 24 Grad im Sportbecken und 22 Grad Celsius im Nichtschwimmerbereich aufgeheizt, sagte Elke Wichmann von der Stadt. Wolfsburg machen allerdings ebenfalls die Strom- und Heizungskosten zu schaffen. Solaranlagen würden bereits unterstützend eingesetzt, zusätzlich wird dort die Anschaffung eine Photovoltaikanlage erwogen.

Um Energiekosten zu sparen, werden dagegen in Göttingen die drei von der Sport- und Freizeit GmbH betrieben Freibäder erst aufgemacht, wenn das Wetter mitspielt. "Es müssen schon 20 Grad Lufttemperatur sein", meinte Badbetriebsleiter Ulrich Wölm. "Wenn wir jetzt anfingen, das Wasser zu erwärmen, würden wir zu viel Energie verbrauchen, weil wir gegen die kalte Luft anheizen müssten." Es könnte deshalb auch Anfang Juni werden, bis die Bäder öffnen.

Auch das Naturbad Hainholz in Hannover wird erst aufgemacht, wenn es vermutlich warm ist: Am 1. Juni. Denn das Bad wird gar nicht künstlich erwärmt. Die Eintrittspreise bleiben unverändert, auch im geheizten Lister Bad. "Freibäder wirtschaften ohnehin nie kostendeckend", sagte Udo Möller, Sprecher der Stadt Hannover. Er hofft auf einen guten Sommer mit vielen Besuchern, damit sich der Unterhalt einigermaßen rechnet.

dpa

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