Freizeitgestaltung

Freizeitparks freuen sich über Besucherplus

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Dieser Wing Coaster ist neu. Claudia Effenberg und ihre Tochter Lucia, Bachelor Christian Tews und Melanie Müller (l-r) haben den "Flug der Dämonen" im Heide Park Soltau während einer Eröffnungsfeier des Fahrgeschäftes ausprobiert.

Hannover - Immer neue Möglichkeiten der Freizeitgestaltung machen für manchen die Wahl zur Qual. Hat der alte Freizeitpark da nicht längst ausgedient? Nein, meinen die um Innovationen bemühten Betreiber, die sich derzeit über einen Zuwachs an Besuchern freuen.

Zum Start der Sommerferien freuen sich die meisten Freizeitparks in Niedersachsen über ein Besucherplus. Trotz der steigenden Zahl an Freizeitangeboten und einer Renaissance etwa des Wanderns locken die Parks mit einer Mischung aus Altbewährtem und neuen Elementen die Besucher, wie eine dpa-Umfrage ergab. Den Ausschlag, ob an den Kassen Schlangen stehen oder nicht, gebe am Ende das Wetter und nicht die wirtschaftliche Lage im Land, sagte der Geschäftsführer des Verbands Deutscher Freizeitparks, Ulrich Müller-Oltay.

„Wir beobachten bei unseren Mitgliedsunternehmen einen moderaten Anstieg, das Wetter ist wichtiger als die Konjunktur.“ Die Parks müssten regelmäßig investieren, sie ständen nicht nur untereinander im Wettbewerb, sondern auch mit anderen Freizeitformen, vom Besuch von Bundesliga-Spielen bis hin zum Kino, sagte Müller-Oltay. Außerdem gelte es, zufriedene Gäste zu Wiederholungsbesuchern zu machen.

„Die Bedürfnisse der Besucher ändern sich nicht so stark, es geht um ein Entfliehen aus dem Alltag und darum, sich auf leichte Art unterhalten zu lassen“, sagte Juliane Gunkel, die Sprecherin des Serengeti-Parks in Hodenhagen, der in dieser Saison sein 40-jähriges Bestehen feiert. Die Fahrgeschäfte drehten sich schneller und höher als damals – „der Kick muss etwas stärker sein“. Und auch den Drang zurück in die Natur hat der Park aufgegriffen. Seit Herbst lässt sich die Safari entlang der wilden Tiere außer mit Bus oder Auto auch zu Fuß zurücklegen. Seit einiger Zeit laden Holzhütten mit Blick auf die Tiere auch zum Übernachten ein.

Schon etwas früher hatte der Heide Park in Soltau mit einem Hotel und einem Holiday Camp die Chance ergriffen, Gäste für mehrere Tage an sich zu binden. Seit diesem Jahr ist auch eine Übernachtung in historischen VW-Bullis möglich. Unter den Fahrgeschäften neu ist der „Flug der Dämonen“. Die Gäste sitzen dabei neben der Achterbahnspur in einem freischwebenden Flügel und rasen durch die Luft.

Über ein Gästeplus von zurzeit rund drei Prozent freut sich auch das Ferienzentrum Schloss Dankern im Emsland. Ein erst vor kurzem eröffnetes Spaßbad soll für weiteren Zustrom sorgen.

Im Jaderpark in der Wesermarsch lockt ein im vergangenen Jahr neu gebautes Holzfällercamp die Besucher. Auch die neu eröffnete Goldwaschanlage wirke sich positiv aus, sagte Parksprecherin Barbara Minnemann. Im Magic Park in Verden mit dem Schwerpunkt Zauberei, Magie und Märchen entscheidet die angelaufene Feriensaison über die Bilanz, wie eine Sprecherin sagte. Wichtig sei das Wetter.

Das Konzept der meisten Freizeitpark habe sich noch längst nicht überlebt, meint Steffen Ratzke, der Geschäftsführer des Freizeitparks „Rastiland“ bei Salzhemmendorf (Kreis Hameln-Pyrmont). „Unsere Besucherzahl ist in diesem Jahr bislang höher als 2013.“ Besonders attraktiv seien weiterhin die Wasser-Fahrgeschäfte, aber auch die Achterbahn oder die Go-Karts.

Im Buhlen um Besucher punkten auch neue Parks. Zwei Jahre nach der Eröffnung meldet der Offroad- und Eventfreizeitpark „Fursten Forest“ in Fürstenau im Kreis Osnabrück steigende Zahlen. Das Areal, ein früheres Bundeswehr-Gelände, haben niederländische Investoren übernommen. Zu den Publikumsrennern gehört das Panzerfahren. Aber auch das Quad- und Ferrari-Fahren seien sehr beliebt, sagt ein Sprecher.

Ein paar Kilometer weiter westlich im emsländischen Meppen hat im vergangenen Jahr der „Funpark“ des niederländischen Investors Hennie van der Most in einem ehemaligen Gaskraftwerk eröffnet. „Unser Angebot ist noch nicht so ausgebaut wie wir uns das vorgestellt haben, daher haben wir auch noch nicht so viele Besucher“, sagte Geschäftsführer Michiel van Dijk. Im nächsten Jahr solle aber eine Rennbahn eröffnen.

Auch das Naturerlebnis ist angesagt. „Wir hatten 2014 bisher deutlich höhere Besucherzahlen als im vergangenen Jahr“, sagt Robert Willeke, Geschäftsführer des Wildparks Neuhaus im Solling. Das liege auch am neuen Besucherzentrum der Landesforsten mit einer interaktiven Ausstellung. Die Beobachtung heimischer Tiere wie Luchs, Wolf, oder Hirsch stehe bei den Gästen aber weiterhin an erster Stelle, sagte Willeke. „Weitläufige artgerechte Tiergehege, weg vom Zoo-Klischee mit Käfighaltung - das ist gefragt.“

dpa

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