Groenewold räumt Hotelkosten-Übernahme ein

Früherem Wulff-Sprecher Olaf Glaeseker droht baldige Anklage

Berlin/Hannover - Die Staatsanwaltschaft Hannover will laut einem Medienbericht Anklage gegen Olaf Glaeseker erheben. Der frühere Sprecher des zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff müsse sich mit dem Partyveranstalter Manfred Schmidt vor Gericht verantworten. Filmproduzent David Groenewold räumte unterdessen ein, Hotelkosten für Wulff übernommen zu haben.

Gegen den früheren Sprecher des zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff will die Staatsanwaltschaft Hannover laut einem Medienbericht in Kürze Anklage erheben. Olaf Glaeseker müsse sich bald zusammen mit dem Partyveranstalter Manfred Schmidt vor Gericht verantworten. Dies berichtet die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Informationen aus Justizkreisen. Der Zeitung zufolge werfen die Ermittler Glaeseker vor, er habe sich von Schmidt zu 18 Freiflügen und 17 kostenlosen Urlauben einladen lassen. Dafür soll er dem Veranstalter geholfen haben, Sponsoren für den Medientreff "Nord-Süd-Dialog" zu finden. Damit sähe die Staatsanwaltschaft den Tatbestand der Korruption erfüllt, berichtet die "Bild am Sonntag".

Glaesekers Anwalt Guido Frings sagte der Zeitung: "Herr Glaeseker hat sich kein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten vorzuwerfen." Wie Reporter des Blatts erfahren haben wollen, bestritt Glaeseker in einer Stellungnahme an die Staatsanwaltschaft den Vorwurf der Bestechlichkeit. Er habe Schmidt ohne Gegenleistung geholfen, weil dieser ein enger Freund sei. Altbundespräsident Wulff hatte erklärt, er habe von den Gratistrips kaum etwas gewusst und mit Glaeseker während dessen Urlauben nie Kontakt gehabt. Das einstige Staatsoberhaupt trat im Februar 2012 wegen einer komplexen Affäre um Vorteilsnahme zurück. Hintergrund waren unter anderem Vorwürfe im Zusammenhang mit Urlauben, für die der Filmproduzent David Groenewold die Hotelrechnungen bezahlt haben soll. Wulff selbst soll ein Prozess wegen Korruptionsverdachts wohl erspart bleiben.

Groenewold räumt Hotelkosten-Übernahme ein

Nach Informationen des „Spiegel“ soll Groenewold nun eingeräumt haben, im Jahr 2008 für Christian Wulff 400 Euro Hotelkosten im Rahmen eines Oktoberfestbesuchs übernommen zu haben. Laut seiner Stellungnahme gegenüber der Staatsanwaltschaft Hannover habe er sich damals beim Check-out aus dem Hotel "Bayerischer Hof" zunächst eine Informationsrechnung vorlegen lassen. Dabei sei er von der Höhe überrascht gewesen. Dies sei ihm „unangenehm“ gewesen, da er Wulff vor der Reise einen niedrigeren Preis genannt habe. Deshalb habe er die Differenz heimlich übernommen.

Den Ermittlern dürfte es laut „Spiegel“ schwer fallen, seine Version zu widerlegen. Weder Hotelangestellte noch andere Hotelgäste hätten sich trotz intensiver Befragungen durch die Ermittler an den Bezahlvorgang erinnern können. Die Beweislage für eine mögliche Anklage bleibe damit dünn. Denn wenn Wulff gar nicht gewusst habe, dass ihm ein Vorteil gewährt worden sei, könne er davon auch nicht beeinflusst worden sein.

jhf/dapd

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