Indien

Fünf Frauen wegen Hexerei zu Tode geprügelt

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Neu Delhi - Bewohner eines Dorfes im Osten von Indien haben fünf Frauen wegen angeblicher Hexerei gelyncht. Wie die Polizei im östlichen Bundesstaat Jharkhand am Samstag mitteilte, trieben mehrere Bewohner der Ortschaft Kanjia nahe der Regionalhauptstadt Ranchi die Frauen am Freitag gegen Mitternacht aus ihren Hütten und erschlugen sie mit Stöcken.

Sie warfen den Opfern Hexerei vor. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben 24 Menschen im Zusammenhang mit den Morden fest. Polizeisprecher S.N. Pradhan berichtete, die Dorfbewohner seien auch mit Messern und Steinen gegen die Frauen vorgegangen. Diesen hätten sie vorgeworfen, Krankheiten, Missernten und Unglück über das Dorf gebracht zu haben.

Dem Sprecher zufolge hielten die Dorfbewohner nach der Tat zusammen und behaupteten, sie alle hätten die Lynchmorde begangen. In abgelegenen und armen Teilen Indiens ist der Glaube an Hexen und okkulte Kräfte bis heute weit verbreitet. Immer wieder kommt es zu gewaltsamen Angriffen auf Frauen, denen Schwarze Magie vorgeworfen wird. Im Juli hatten Dorfbewohner im nordöstlichen Bundesstaat Assam eine 63-Jährige geköpft und zerstückelt, der sie vorwarfen, einen Fluch über sie gebracht zu haben.

Laut der indischen Kriminalstatistik wurden zwischen 2000 und 2012 in Indien rund 2000 Menschen wegen Hexereivorwürfen getötet, die meisten davon Frauen. In Jharkhand wurden demnach allein 54 der 160 "Hexenmorde" im Jahr 2013 verübt. Die Regierung des Staates Jharkhand verurteilte das jüngste Verbrechen. In aufgeklärten Zeiten sei solch ein Vorfall traurig und die Gesellschaft müsse darüber nachdenken, hieß es in einer Erklärung.

afp

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