Stark im Kommen

Geburtenrekord bei Kegelrobben

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Die Kegelrobben auf Helgoland zeigen sich Paarungsfreudig.

Helgoland - Auf Helgoland waren Robben einst verschwunden, erst 1974 wurden sie wieder gesehen. In diesem Winter gab es auf der Hochseeinsel mit mehr als 200 Geburten einen Rekord. Doch die Freude ist nicht ungetrübt: 47 Tiere werden seit Sturm „Xaver“ vermisst.

Helgoland hat in diesem Winter einen Rekord bei den Geburten von Kegelrobben verzeichnet. 202 Tiere seien zur Welt gekommen, sagte Seehundjäger Rolf Blädel der Deutschen Presse-Agentur. So viele seien es noch nie gewesen, seit die einst vertriebenen Tiere 1974 wieder gesichtet wurden. Auch im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer sind die Zahlen der größten einheimischen Raubtiere wie in den Vorjahren angestiegen. Sie lagen zuletzt bei rund 80 Jungtieren. Die Gesamtzahl der Kegelrobben wird noch bis April bei Fotoflügen ermittelt, wenn die Tiere wegen ihres Haarwechsels an Stränden liegen und gut zu beobachten sind.

„Die Geburtenzahlen auf Helgoland haben in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen“, berichtete Robben-Expertin Britta Diederichs vom Nationalparkamt in Tönning (Kreis Nordfriesland). Diese starke Zunahme sei im schleswig-holsteinischen Teil der Nordsee einmalig.

Die Meeressäuger werden in der Regel im Zeitraum November bis Januar geboren. Mitten in der Geburtszeit der Kegelrobben zog jedoch Orkantief „Xaver“ über die Nordsee, 47 Robbenbabys wurden anschließend vermisst. Was aus ihnen geworden ist, ist unklar - zumal nicht alle markiert waren. „Wahrscheinlich hat es die Mehrzahl nicht geschafft“, erklärte Diederichs. „Das ist ein Wermutstropfen, aber das wird die Entwicklung der Population kaum merklich beeinträchtigen.“ Die Sterblichkeitsrate der Jungtiere sei im ersten Jahr ohnehin besonders hoch.

Nach Angaben von Blädel mussten in diesem Winter acht Jungtiere eingefangen und zur Seehundstation nach Friedrichskoog (Kreis Dithmarschen) gebracht werden. Ein Tier sei leider gestorben, sagte Biologin Stefanie Mahal von der Seehundstation. „Rolf“ und „Charlotte“ hätten inzwischen aber wieder ausgewildert werden können.

Expertin Diederichs rechnet damit, dass die Geburtenzahl bei den Robben auf Deutschlands einziger Hochseeinsel in den nächsten Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit weiter ansteigen wird. „Je mehr Kegelrobben geboren werden, desto mehr gebärfähige Tiere kommen natürlich in den kommenden Jahren wieder dazu“, erklärte die Biologin. Die Bedingungen auf der Helgoland vorgelagerten Düne seien für die Tiere sehr gut, denn auf den etwas erhöhten Liegeplätzen seien sie im Normalfall sicher vor Wellen, und im Wasser finde sich anscheinend genügend Fisch.

Laut Blädel gibt es momentan 350 bis 400 Kegelrobben sowie rund 200 Seehunde auf Helgoland. Der Seehundjäger - so seine offizielle Bezeichnung - kümmert sich um verletzte, verwaiste oder verendete Kegelrobben und Seehunde. In Ausnahmefälle muss er todkranke Tiere auch erschießen.

dpa

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