Weihnachtsamnestie

34 Gefangene vorzeitig entlassen

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„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“: Davon träumt in der Adventszeit auch mancher Gefangene in Hamburg.

Hamburg - Dank einer Weihnachtsamnestie kommen in Hamburg 34 Strafgefangene vorzeitig frei und haben das Gefängnis zum Teil schon verlassen. Wer wegen Gewalt-, Sexualstraftaten oder Drogendelikten verurteilt wurde, hat keine Aussicht auf Gnade.

„Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“:Davon träumt in der Adventszeit auch mancher Gefangene. Da auch die Justiz zum Fest milde gestimmt ist, dürfen tatsächlich einige vorzeitig raus - sofern sie nicht ganz böse waren.47 der rund 1600 Menschen, die in der Hansestadt hinter Gitter sitzen, hätten den Gnadenerweis beantragt, sagte der Sprecher der Justizbehörde, Sven Billhardt, der Deutschen Presse-Agentur. Zwölf Anträge wurden abgelehnt, ein Verfahren sei noch offen. Die Zustimmung ist an enge Vorgaben geknüpft.

Die erlassene Haftzeit ist relativ kurz, meist nur wenige Wochen. Das reguläre Haftende muss nämlich zwischen dem 22. November und 6. Januar liegen. Und es gibt noch weitere Bedingungen: Die Antragsteller müssen eine günstige Sozialprognose haben und mindestens seit dem 21. September hinter Schloss und Riegel gewesen sein. Außerdem dürfen sie nach der Haft nicht unter Führungsaufsicht stehen. 7 der 34 vorzeitig Entlassenen sind Frauen.

Die seit 1985 in Hamburg übliche Weihnachtsamnestie entspringe in erster Linie humanitären Überlegungen, erklärte Billhardt. Strafgefangene, die bestimmte Voraussetzungen mitbringen, sollten Weihnachten zu Hause im Kreise der Familie feiern dürfen. Auch die Wiedereingliederung soll erleichtert werden. Denn wer erst zwischen den Feiertagen am Jahresende entlassen wird, findet kaum Ansprechpartner bei Behörden, wenn er Wohnung, Arbeit oder eine Unterstützung sucht.

Straftäter, die in den Justizvollzugsanstalten Billwerder, Hahnöfersand oder „Santa Fu“ (Fuhlsbüttel) vergeblich auf Santa Claus warten, dürfen immerhin auf das Mitgefühl der Justizbeamten setzen. „Für die Gefangenen ist die Weihnachtszeit in Haft keine einfache Zeit“, sagte Billhardt verständnisvoll und versicherte: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gefängnissen geben ihr Bestes, dass die Gefangenen nicht in ein emotionales Weihnachtsloch fallen.“

dpa

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