Vergewaltigungsvorwurf

Gehörloser Texaner saß 20 Jahre unschuldig im Gefängnis

- 20 Jahre lang saß der gehörlose Texaner Stephen Matthew Brodie für eine nicht begangene Entführung und Vergewaltigung eines fünfjährigen Mädchens im Gefängnis - ein DNA-Test bewies nun seine Unschuld. Der Gehörlose war einst ohne Übersetzer verhört worden.

Beinahe 20 Jahre saß ein Texaner hinter Gitter, weil er angeblich ein fünfjähriges Mädchen entführte und sexuell missbraucht hatte. Eine neue Untersuchung des Falls brachte nun ans Licht, dass der gehörlose Mann unschuldig ist. Am Dienstag verließ Stephen Matthew Brodie das Gefängnis in Dallas als freier Mann. „Ich hatte mir nie Sorgen gemacht“, erklärte der 39-Jährige mit Hilfe eines Übersetzers für Gebärdensprache, wie die Zeitung „Dallas Morning News“ am Mittwoch berichtete.

1993 hatte sich Brodie zu der Tat bekannt, nachdem er acht Tage insgesamt 18 Stunden lang verhört worden war - die meiste Zeit ohne Übersetzer, wie die Zeitung berichtete. Die Ermittler waren auf Brodie aufmerksam geworden, weil er in der Nähe des Elternhauses des Mädchens einen Automaten aufgebrochen hatte.

Sein Vater hatte nie an der Unschuld seines Sohnes gezweifelt und über die Jahre Briefe an mehr als 40 Gruppen und Behörden geschrieben, um sich für seine Freilassung einzusetzen. Am Ende nahm sich eine Sonderabteilung der Staatsanwaltschaft des Falles an und stieß auf eine Reihe Ungereimtheiten.

Brodie ist der Zeitung zufolge bereits der dritte Häftling im Bezirk Dallas, dessen Unschuld ohne einen Erbgut-Test festgestellt wurde und der zweite, der sich zuvor zu einer Tat bekannt hatte. Seit 2001 gab es in dem Bezirk 20 Fälle, in denen DNA-Tests einen Justizirrtum ans Licht brachte - mehr als in jedem anderen Kreis der USA.

dpa

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