Hospiz und Privatmann streiten um Bilder von Prominenten

Wem gehört der original Lindenberg?

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Foto: Viele Prominente haben für das Hospiz Löwenherz in Syke Bilder gemalt. Doch der Besitzer will sie nicht herausgeben.

Syke - Es geht um Bilder von berühmten Persönlichkeiten. Immer ist ein Herz darauf zu sehen, manchmal auch ein Löwe. Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt hat eines gemalt, Yoko Ono auch. Die Bilder sollten, so die ursprüngliche Idee, dem Kinderhospiz Löwenherz in Syke bei Bremen zugute kommen. Doch der Besitzer will sie plötzlich nicht mehr hergeben.

Die Band Die Ärzte hat ein „Heavy-Metal-Herz“ geschickt. Der frühere US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hat – wie könnte es anders sein – das amerikanische Sternenbanner verarbeitet. Über den künstlerischen Wert einzelner Werke lässt sich streiten. Heftig gestritten wird auch darum, wem sie gehören. Die Bilder sollten, so die ursprüngliche Idee, dem Kinderhospiz Löwenherz in Syke bei Bremen zugute kommen. Doch der Besitzer will sie plötzlich nicht mehr hergeben. Jetzt droht ein Rechtsstreit vor dem Landgericht Paderborn – wenn nicht der Privatmann aus Westfalen doch noch einlenkt.

Auch der Schriftsteller Paul Maar hat für das Kinderhospiz ein Bild gemalt. Foto: Hospiz Löwenherz

Es begann mit einer bestechenden Idee. Detlef B. hat 400 Prominente weltweit angeschrieben, ihnen ein Stück Leinwand im DIN-A 4-Format geschickt mit der Bitte, „nicht in Ihre Geldbörse zu greifen, sondern zu Pinsel, Farbe und Papier“. Ein Herz sollten sie malen und das Bild signieren. Gleichzeitig versicherte der Bankangestellte, seit Jahren das Kinderhospiz in Niedersachsen zu unterstützen. B. versprach auch, die Bilder sollten in einer Ausstellung gezeigt werden, deren Erlös zu 100 Prozent dem Hospiz zugute kommen sollte. Beigefügt sei eine Broschüre der Pflegeeinrichtung für todkranke Kinder gewesen, sagt Heiner Bock vom Kinderhospiz. Immerhin 102 Bilder kamen zurück, unter anderem von Udo Lindenberg, Charlie Watts, dem Schlagzeuger der Rolling Stones, Otto Waalkes oder Peter Maffay. Maffay ließ der HAZ am Mittwoch ausrichten, sein Bild sei für das Hospiz gedacht.

Detlef B. aber bezeichnete die Bilder plötzlich als sein Eigentum und wollte sie nicht mehr herausgeben. „Wir verstehen nicht, wie der Sinneswandel plötzlich zustande kommt“, sagt Heiner Bock vom Hospiz. Damit gerät auch eine Ausstellung in Gefahr, die für den September geplant ist. Dann besteht das Kinderhospiz zehn Jahre, gleichzeitig wird die neue Pflegeeinrichtung für todkranke Jugendliche eingerichtet. Weitere Ideen haben sie in Syke bereits entwickelt: Ein Ausstellungskatalog könnte gedruckt und verkauft werden, ebenso Postkarten – die Künstler hätten ihre Freigabe dafür gegeben, versichert Bock.

Dem steht nun entgegen, dass B. die Bilder nicht hergeben möchte. Zur Not werde man vor dem Landgericht Paderborn auf Herausgabe klagen, sagte am Mittwoch der Bremer Anwalt des Hospizes, Arne Koch. Doch könnte sich die Klage schon erledigt haben. Am Mittwoch erklärte B. überraschend, er sei nun doch bereit, die Bilder herauszugeben – unter der Bedingung, dass die Bilder nicht einzeln versteigert werden.

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