EU-Haushalt

Geld für Erasmus-Studentenaustausch in Gefahr

+
Foto: Ein Drittel der Erasmus-Zahlungen an Studenten für September bis Dezember stehen noch aus.

Brüssel - Dem europäischen Studentenaustausch-Programm Erasmus droht das Geld auszugehen. Grund sind Finanzierungslücken im EU-Haushalt, wie die EU-Kommission am Mittwoch mitteilte. Die Brüsseler Behörde arbeite bereits an einem Nachtragshaushalt.

"Erasmus ist in der Tat eines der Programme, bei denen das Geld knapp wird", sagte der Sprecher von EU-Haushaltskommissar Janusz Lewandowski. Ein Drittel der Erasmus-Zahlungen an Studenten für den Zeitraum September bis Dezember stünden aus.Für andere von der EU finanzierte Programme fehlten ebenfalls Mittel.

Vorschläge für einen Nachtragshaushalt will die Kommission am 23. Oktober machen. Zur Höhe des Finanzbedarfs wollte sie sich noch nicht äußern. Nachträge zum EU-Haushalt sind jährliche Routine. Diesmal jedoch dürfte die Lücke größer ausfallen als gewohnt. Beobachter gehen von mehreren Milliarden aus.

Die Kommission gibt den EU-Staaten und dem Europaparlament die Schuld an den Finanznöten. So beträgt das Gemeinschaftsbudget für das laufende Jahr 129 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 1,86 Prozent gegenüber 2011 anstelle des von der Kommission geforderten Anstiegs um 5 Prozent. Die Regierungen der krisengeplagten EU-Mitgliedsländer hatten die geforderte Aufstockung verweigert.

dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare