Tier- und Gewässerschutz

Gericht bestätigt Fütterungsverbot für Enten

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Foto: Das massenweise Füttern von Enten in einem Lüneburger Jagdgehege ist laut Ansicht eines Gerichts nicht mit dem Gewässerschutz vereinbar.

Lüneburg - Ein Jagdbetrieb hat in Lüneburg tausende Enten ausgesetzt und gefüttert, damit die Tiere später abgeschossen werden können. Nach massiven Protesten von Tierschützern und Jägern verhängte die zuständige Kreisverwaltung ein Fütterungsverbot. Ein Gericht hat diese Anordnung nun bestätigt. Allerdings nur aus Gründen des Gewässerschutzes.

Das massenhafte Aussetzen von Enten zur Jagd in einem umstrittenen Jagdgehege im Landkreis Lüneburg soll auch nach dem Willen der Richter ein Ende haben. Das Verwaltungsgericht Lüneburg hat ein entsprechendes Verbot des Kreises bestätigt, wie ein Sprecher am Montag mitteilte. Die Betreiber hatten bislang jedes Jahr mehrere tausend Enten gekauft. Anschließend wurden die Tiere auf sieben Teichen ausgewildert und über mehrere Monate gefüttert. In der Jagdsaison wurden dann jährlich rund 2000 Enten erlegt. Aus Gründen des Gewässerschutzes seien jedoch das Aussetzen und das Füttern zu Recht mit sofortiger Wirkung verboten worden, argumentierten die Richter der 6. Kammer und lehnten einen Eilantrag der Betreiber ab (Az.: 6 B 2/15, Beschluss vom 12. Februar).

Der Landkreis hatte nach Hinweisen von Umweltschützern im vergangenen Sommer festgestellt, dass die Teiche einen viel zu hohen Nährstoffgehalt aufwiesen und ein Umkippen drohte. Die Umweltorganisationen Bund und Nabu hatten die Schließung der Anlage gefordert. Sie kritisierten außer den Fütterungen auch nicht abgedunkelte Lebendfallen und unerlaubte Eingriffe in die Natur beim Anlegen der Teiche. Die Betreiber müssen nun auch laut Anordnung ein fachgutachterliches Konzept zur Sanierung der Teiche vorlegen. „Der Gewässerschutz ist ein hohes Gut“, betonten die Richter. Sie schoben der Entenjagd keinen endgültigen Riegel vor: Nach einer Sanierung darf in einem für die Teiche verträglichen Maße wieder gejagt werden.

Auch die Landesjägerschaft hatte heftige Kritik an den Zuständen in dem Jagdgehege geübt. Das sei „Schießsport“ auf lebende Tiere, mit Jagd habe das nichts zu tun, monierte Vizepräsident Helmut Blauth im Oktober. Dem Betreiber gehe es einzig und allein um kommerzielle Interessen. Die Jagd in den bis vor einigen Jahren genehmigten Jagdgattern der Anlage sei allerdings mehr eine ethische als eine rechtliche Frage. Die Fütterungen seien erlaubt, weil es sich um einen Wildpark im Sinne des Bundesjagdgesetzes handele, hatte der Anwalt der Betreiberfirma argumentiert. Wahrscheinlich werde er gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts vom Donnerstag Beschwerde vor dem Oberverwaltungsgericht einlegen, kündigte er am Montag an.

dpa

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