Prozess gegen mutmaßlichen Sexualmörder

Geständnis nach 26 Jahren

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Foto: Ein Justizbeamter führt den Angeklagten in den Sitzungssaal des Landgerichts Osnabrück.

Osnabrück - Mehr als 26 Jahre nach der Tat steht seit Donnerstag ein mutmaßlicher Sexualmörder vor dem Osnabrücker Landgericht. Die Anklage wirft ihm vor, im November 1987 die neunjährige Christina auf ihrem Schulweg abgefangen und umgebracht zu haben. Die Tat hat er bereits gestanden.

Zuvor soll er versucht haben, das Mädchen zu vergewaltigen. Das Sexualdelikt ist aber inzwischen verjährt. Zum Prozessauftakt wurde nur die Anklage verlesen. Die Beweisaufnahme beginnt nächste Woche. Erst im vergangenen Jahr war es den Ermittlern gelungen, DNA-Spuren auf einem Kleidungsstück des Mädchens zu sichern, die dann zu dem heute 45 Jahre alten Mann führten.

Die Tat hat er bereits gestanden. Im Prozess wolle er reinen Tisch machen, sagte sein Anwalt Frank Otten: "Die Mordmerkmale werden von ihm eingeräumt." Als Nebenkläger nimmt Christinas Vater an dem Prozess teil. Er sei erleichtert, dass ein Täter ermittelt werden konnte, sagte dessen Anwalt André Knapheide.

Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht

Ohne das Geständnis des 45-Jährigen hätte die Staatsanwaltschaft keinen Beweis für einen Mord. Auch ein Totschlag wäre inzwischen verjährt, erläuterte der Sprecher des Landgerichts, Holger Janssen. Die Verhandlung muss nun zeigen, ob der Angeklagte wegen seines Alters zum Tatzeitpunkt nach Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht verurteilt werden muss.

dpa

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