„Eindeutiger Trend“

Gewalt von Bürgern in niedersächsischen Amtsstuben steigt

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Das Kreishaus in Hameln: Hier wurde der Landrat Rüdiger Butte in seinem Büro erschossen.

Hannover - Das Attentat auf den Landrat Rüdiger Butte in Hameln ist vielen Niedersachsen noch im Gedächtnis. Nun wurde am Montag eine Mitarbeiterin einer Führerscheinstelle mit einer Gaspistole bedroht. Die Gewaltbereitschaft von Bürgern in den Amtsstuben des Bundeslandes steigt. Der Göttinger Landrat Bernhard Reuter spricht gegenüber der HAZ von einem „eindeutigen Trend“.

Die Gewaltbereitschaft von Bürgern in niedersächsischen Amtsstuben steigt. „Das ist ein ganz eindeutiger Trend“, sagte Göttingens Landrat Bernhard Reuter, Vorsitzender des niedersächsischen Landkreistages der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. „Besonders bei Jobcentern, aber auch bei Jugendämtern und Ausländerbehörden registrieren wir eine höhere Aggressivität“, sagte Reuter. Die Akzeptanz der Bürger, auch eine für sie negative Entscheidung der zuständigen Behörden hinzunehmen, schwinde zunehmend.

Auch wenn es bislang nur ein einziges Mal zu einem tödlichen Zwischenfall gekommen sei wie in Hameln, wo vor knapp drei WochenLandrat Rüdiger Butte von einem offenbar dementen Rentner erschossen wurde, werden die Kommunen jetzt über mögliche Gegenmaßnahmen diskutieren. „Einlasskontrollen würden mir schwerfallen, aber es gibt einige Maßnahmen unterhalb dieser Stufe – von einem geschulten Beschwerdemanagement über Notruftasten bis hin zu speziellen Fluchttüren und dem Vier-Augen-Management für schwierige Kunden“, sagte Reuter. Einiges habe man im Landkreis Göttingen in der Vergangenheit schon eingeführt. Reuter betonte aber, dass sich die Kommunalverwaltung „keinesfalls vom Bürger abschotten dürfe“ – trotz der Zumutungen, die Beamte auch erlebten.

Auch Heiger Scholz, Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Städtetages, hat eine zunehmende Verrohung im Ton festgestellt, „vor allem in den Sozialämtern“. Aber man müsse Überlegungen anstellen, „wie man der allgemeinen Gewaltsteigerung in der Gesellschaft begegnen“ könne: „Jetzt kommt es sogar in Gerichtssälen zu Exzessen.

“Nach den tödlichen Schüssen auf den Hamelner Landrat Rüdiger Buttevor drei Wochenwar es am Montagerneut zu einem Gewaltausbruch in einer niedersächsischen Behörde gekommen. In Soltau bedrohte amMorgen ein 37-Jähriger die Mitarbeiterin einer Führerscheinstelle mit einer Gaspistole. Die Verantwortlichen in Soltau überlegen, ob es künftig Einlasskontrollen bei der Führerscheinstelle geben sollte.

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