USA

Gift-Brief mit tödlichem Ricin ging an Barack Obama

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Foto: Auch an US-Präsident Barack Obama ging ein Brief mit dem Gift Rizin.

Washington - Gibt es einen Zusammenhang? In Washington sind kurz nach dem Anschlag von Boston Briefe mit einer hochgiftigen Substanz aufgetaucht. Ein Adressat war Präsident Barack Obama. Die Tat weckt Erinnerungen an die Terroranschläge von 2001, nach denen ebenfalls Briefe mit dem Gift Anthrax an US-Politiker gesendet wurden.

In der US-Hauptstadt Washington sind Briefe mit dem tödlichen Gift Rizin unter anderem an Präsident Barack Obama abgefangen worden. Das berichtete die Bundespolizei FBI am Mittwoch. Ebenfalls am Dienstag wurde ein Brief mit Spuren von Rizin an den republikanischen Senator Roger Wicker in einer Poststelle entdeckt. Beide Briefe seien aus der Stadt Memphis verschickt worden, berichtete der Sender CNN unter Berufung auf das FBI.

Ersten Ermittlungen der Bundespolizei zufolge gibt es keine Verbindungen zum jüngsten Terroranschlag beim Marathon in Boston. Der Brief an Obama war in einer Poststelle in einem Vorort der Hauptstadt aufgefallen. Die Abteilung untersuche automatisch verdächtig wirkende Sendungen, wenn sie zum Beispiel Pulver enthalten. Auch Regierungssprecher Jay Carney bestätigte den Fund von Rizin. Nach FBI-Angaben dauert die Untersuchung verdächtiger Post zwischen 24 und 48 Stunden.

Am Mittwoch wurde nach Angaben des TV-Senders ein "verdächtiges Paket" im Senat in Washington entdeckt. Mehrere Büros seien geräumt worden. Bei den Bombenexplosionen am Rande des Boston-Marathons waren am Montag drei Menschen ums Leben gekommen, über 180 wurden verletzt.

Im Fall des Rizin-Briefs an Senator Wicker teilten die Behörden mit, der Brief habe den Absender einer Person gehabt, die regelmäßig an Gesetzgeber in Washington schreibe. Das Büro Wickers wurde am Dienstag zeitweilig geschlossen. Der Brief habe den Senator nicht erreicht. Es wurden keine Hinweise bekannt, wonach es Verbindungen des Vorfalls mit dem Terroranschlag in Boston gebe. Wicker habe Personenschutz erhalten, berichte der TV-Sender CNN am Mittwoch.

"Erste Tests weisen darauf hin, dass es sich bei der gefunden Substanz um Rizin handelte", erklärte die Polizei. Weitere Untersuchungen stünden an. Rizin ist ein hochgiftiger Eiweißstoff, der aus den Samen des Wunderbaums gewonnen wird. Geringste Mengen reichen aus, um einen Menschen zu töten. Laut der US-Gesundheitsbehörde CDC "bedarf es einer vorsätzlichen Handlung, um Rizin herzustellen und es zur Vergiftung von Menschen zu verwenden".

Bereits 2004 wurde Rizin in Briefen an Parlamentarier gefunden. Nach den Terroranschlägen 2001 gab es Briefe mit dem Gift Anthrax an US-Politiker. Dieser Giftstoff kann tödlichen Milzbrand auslösen.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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