Dioxin-Eier

Das Gift stammt aus dem Boden

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Unmittelbar vor Ostern sind in Nordrhein-Westfalen erneut dioxinbelastete Eier aufgetaucht.

Hannover - Das Rätselraten um PCB-belastete Eier aus einem Biohof im Landkreis Oldenburg ist beendet: Das Gift stammt aus dem Asphalt unter dem Zaun des Hühner-Auslaufs.

Die Herkunft des PCBs (polychloriertes Biphenyl), das Anfang Mai in Eiern eines Biohofes aus dem Landkreis Oldenburg entdeckt wurde, ist geklärt. Das Gift stammt aus dem Asphalt, mit dem der Zaun des Freigeheges im Boden verankert ist. Das teilte das Agrarministerium am Freitag in Hannover mit. „Nach den vorliegenden Untersuchungsergebnissen ist davon auszugehen, dass dieses Material die Ursache für den Eintrag in die Lebensmittelkette war.“ Die Legehennen haben die Schadstoffe offenbar beim Picken aufgenommen. 18000 Tiere mussten getötet werden.

Den Angaben zufolge wollen die Betreiber des Hofs das belastete Material nun entfernen und neue Tiere anschaffen. Im Anschluss daran könne der Betrieb dann wieder Eier in den Handel bringen. „Eine engmaschige amtliche Kontrolle des Betriebs“ werde aber zunächst fortgesetzt, erklärte ein Ministeriumssprecher.

Vor einem Monat waren in einem Supermarkt in Bayern Eier mit dem nicht-dioxinähnlichen PCB aufgefallen. Bei Kontrollen wurde ein Wert festgestellt, der die zulässige Höchstmenge um 100 Prozent überschritt. Seitdem war der Hof gesperrt. Knapp 500.000 Eier waren nach Angaben des Agrarministeriums in mehrere Bundesländer und in die Niederlande geliefert worden. Der Hof hatte erst im vergangenen Jahr eröffnet.

Eine unmittelbare Gesundheitsgefahr durch den Verzehr der Eier habe nicht bestanden, hatte das Ministerium immer wieder betont. „Generell gilt jedoch, dass unnötige und vermeidbare zusätzliche Belastungen mit Dioxinen und PCB zu vermeiden sind“, teilte das Bundesinstitut für Risikobewertung mit. Solche zusätzlichen Belastungen seien generell nicht zu tolerieren.

Weiterhin ungeklärt ist, woher die PCB-Kontamination auf drei Höfen im Landkreis Aurich stammt. Dort waren im April Eier aufgefallen, deren PCB-Gehalt den zulässigen Grenzwert überschritt. Ein Biohof hatte rund 100.000 Eier verkauft, zwei konventionelle Legehennenbetriebe hatten zusammen knapp 60.000 Eier auf den Markt gebracht. Die Eier waren bis nach Baden-Württemberg geliefert worden. Anders als bei dem Hof aus dem Kreis Oldenburg enthielten sie dioxinähnliches PCB, das vom Agrarministerium als gefährlicher eingeschätzt wird als nicht-dioxinähnliches PCB.

Derzeit wird noch untersucht, woher das PCB stammt. Weil das Futter der drei Höfe nicht von einem einzigen Unternehmen stammt, hat das Landwirtschaftsministerium eine Verunreinigung durch verseuchtes Futtermitteln quasi ausgeschlossen. Quelle der Verunreinigungen könnte aber zum Beispiel Bauschutt sein, der in den Betrieben vergraben wurde, ein Holzschutzanstrich am Zaun oder eine Verunreinigung der Einstreu. Mit dem Ergebnis der Auswertung ist frühestens in zwei Wochen zu rechnen, hieß es am Freitag.

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