Ermittler suchen weiter nach Ursache

Gleise nach Zugunglück in Mannheim freigeräumt

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Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (2.v.l, Bündnis 90/Die Grünen) besucht am Hauptbahnhof die Unfallstelle.

Mannheim - Die Bilder des Zugunglücks in Mannheim sehen dramatisch aus, doch der Unfall ging recht glimpflich aus. Wie durch ein Wunder ist niemand gestorben. Während die Bahn die Gleise räumt, sucht die Polizei fieberhaft nach der Unfallursache.

Nach dem Zugunglück in Mannheim mit 35 Verletzten sind die Gleise des Hauptbahnhofs mit schwerer Technik freigeräumt worden. „Die Bergungsarbeiten waren gegen 1.00 Uhr morgens abgeschlossen“, sagte eine Sprecherin der Bahn am frühen Montagmorgen. Die Ermittler suchen unterdessen weiter nach dem Auslöser des Unfalles.

Ein Güterzug hatte am Freitag einen Eurocity mit 250 Passagieren gerammt - zwei Waggons mit 110 Menschen kippten um. Am Wochenende ließ die Bahn die Unfallstelle nahe des Hauptbahnhofs räumen, die Arbeiten dauerten bis in die späte Nacht hinein. Wann der Betrieb wieder reibungslos läuft, sei noch unklar, sagte eine Sprecherin. Schon jetzt sei aber absehbar, dass unter anderem an den Oberleitungen erhebliche Schäden entstanden seien. Der Güterzug hatte auch gefährliche Chemikalien geladen. Wie durch ein Wunder kam niemand ums Leben. Laut Bundespolizei wurden vier Menschen schwer verletzt.

Die Polizei ermittelt bei der Unfallursache in „alle Richtungen“. Experten der Bundespolizei und der Unfalluntersuchungsstelle des Bundes sicherten am Wochenende Spuren. „Wir sind noch in der Sammelphase“, sagte eine Sprecherin. Die Spezialisten beschäftigt vor allem die Frage, warum der Güterzug den Eurocity seitlich rammte.

Möglicherweise könnte eine Weiche eine Rolle gespielt haben - das werde untersucht, hieß es bei der Bundespolizei. Die Bahn-Spezialisten überprüften unter anderem den Betriebsablauf. Außerdem müsse untersucht werden, ob die Signale und Fahrzeuge richtig funktionierten, sagte eine Sprecherin der Untersuchungsstelle des Bundes. Ob der Lokführer des Güterzugs zum Bremsen aufgefordert worden war, konnte am Sonntag niemand sagen.

Rund 40 Mitarbeiter der Bahn arbeiteten bis in die späte Nacht hinein an der Räumung der Gleise. Nachdem der Güterzug und die entgleisten Waggons des Personenzuges weggebracht worden waren, wurden die beiden umgestürzten Waggons aufgerichtet. Anschließend könnten die beschädigten Gleisanlagen, die Signaltechnik und die Oberleitungen instand gesetzt werden.

„Die Reparaturarbeiten werden voraussichtlich bis Anfang kommender Woche dauern. Bis dahin müssen sich Reisende noch auf geringfügige Einschränkungen im Zugverkehr rund um den Mannheimer Hauptbahnhof einstellen“, hieß es bei der Bahn. An dem Bahnhof in Mannheim mit zehn Gleisen - einem zentralen Knotenpunkt vor allem im Fernverkehr quer durch Deutschland - kam es am Wochenende zu Verspätungen.

Weil das Tempo der beiden Züge bei der Fahrt in den Hauptbahnhof gedrosselt gewesen war, lief der Unfall noch recht glimpflich ab. Fünf der neun Wagen des Eurocitys entgleisten laut Bahn, zwei davon stürzten um. Der Güterzug auf dem Weg von Duisburg nach Ungarn hatte laut Bundespolizei zwei Gefahrgut-Container geladen. Diese seien aber nicht beschädigt worden. Das zuständige niederländische Unternehmen ERS Railways verwies auf Nachfrage zum Inhalt der Container auf die Ermittler in Mannheim. In einer Stellungnahme hieß es, man biete bei der Aufklärung volle Kooperation an und sorge sich um die Verletzten.

Die 250 Passagiere des EC 216, der von Graz nach Saarbrücken wollte, waren in der Nacht aus den Waggons befreit worden. Nach Angaben der Bundespolizei kamen insgesamt 14 Verletzte in Krankenhäuser. Lebensgefahr bestand bei keinem der Beteiligten.

dpa

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