Analyse von Suchanfragen

Wie Google-Anfragen Modetrends beeinflussen

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Einen besonders starken Anstieg macht Google bei Jogginghosen und Ballerina-artigen Tüllröcken aus.

Hannover - Tüllröcke, Jogginghosen und Shirts mit Emoji-Aufdrucken zählen zu den neuen Modetrends, die Google ausgemacht hat. Der Suchmaschinenkonzern wertete dafür sechs Milliarden Suchanfragen von Menschen in den USA aus.

Was hat man nicht schon alles erfunden, um einen Blick in die Zukunft zu erhaschen. Glaskugeln, Wahrsager, Mathematiksysteme, angebliche Suchercomputer hielten bisher kaum, was sie versprachen. Die der Esoterik in Teilen durchaus aufgeschlossene Internetbranche im Silicon Valley hat sich nun auch dieses Problems angenommen. Der Suchmaschinenbetreiber Google will durch die Analyse von immerhin sechs Milliarden Suchanfragen herausgefunden haben, welche Modetrends in den USA als nächstes en vogue sein werden. Wenn die Algorithmen nicht lügen, steht den Amerikanern eine modische Durststrecke bevor: Als Trends des Jahres sieht Google Tüllröcke und Jogginghosen, wie der Konzern am Montag mitteilte. Die Anzahl der Anfragen zu diesen Begriffen sei im vergangenen Jahr stetig gestiegen, schrieb das Unternehmen. Tatsächlich sehen auch andere US-Trendanalysten Tüllstoffe und bequeme Hosen als neue Trend.

Hinter der Spielerei steht ein ernsthaftes Geschäftsmodell. Google analysiert Suchanfragen systematisch, um Vorhersagen aller Art zu treffen. Vor allem im Vorausahnen des Kaufverhaltens sieht Google eine Möglichkeit, um die Datenflut nutzbar zu machen. Wie die „New York Times“ berichtet, nutzten Modehäuser wie etwa Calvin Klein den Dienst, um schnell aufkommende Trends aufzugreifen. Wer bei Google etwas sucht, beeinflusst damit also schon heute die nächste Mode.

Die Methode hat allerdings eine Tücke. So kann die Suchmaschine nicht unterscheiden, ob der Google-Nutzer nach dem nächsten Trend sucht - oder etwa nach einem gemütlichen Kleidungsstück fürs Sofa. So verzeichnete Google eine Explosion von Suchanfragen nach einem "weiß-goldenen" beziehungsweise "blau-schwarzen Kleid". Das Foto eines solchen Kleides hatte vor einigen Wochen eine aufgeregte Debatte um die tatsächliche Farbe des Kleidungsstücks im Netz ausgelöst. Aber wie so ein Trend zustande kommt, war ja auch schon ohne Google ein großes Rätsel.

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