Archäologie

Grab von Frau unter Hildesheimer Dom entdeckt

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Foto: Schon in der Vergangenheit waren im Zuge der Domsanierung Gräber entdeckt worden. (Archiv)

Hildesheim - Archäologen haben im Hildesheimer Dom das 1200 Jahre alte Grab einer jungen Frau entdeckt.

Direkt unterhalb des Schädels der Toten lag eine Kette aus bunten Glasperlen, auf Beckenhöhe des Skeletts fand sich ein verrostetes Eisenmesser. Die Zähne verraten, dass die Frau im Alter von 20 bis 30 Jahren starb. Es spreche einiges dafür, dass hier die Keimzelle des Bistums Hildesheim steht, sagte der Diözesankonservator Karl Bernhard Kruse am Dienstag im Dom.

Schon in der Vergangenheit waren im Zuge der Domsanierung Gräber entdeckt worden. Die Archäologen vermuten einen Friedhof mit insgesamt 200 bis 300 Grabstätten aus der Zeit um 800. Auch Reste von Steinhäusern wurden freigelegt. Erstmals fanden die Forscher jetzt ein Schmuckstück bei einem Skelett. Grabbeigaben waren vor der Christianisierung üblich, gingen aber in der Übergangszeit von den heidnischen Sachsen zu den missionierten Franken zunehmend zurück. Das Bistum Hildesheim wurde 815 durch Ludwig den Frommen, einem Sohn Karls des Großen, gegründet.

Der Hildesheimer Dom wird bis zum Jahr 2014 für rund 30 Millionen Euro saniert. Die Grabungen bis in zwei Meter Tiefe zeigen nach Angaben der Archäologen, dass der Friedhof sehr dicht belegt war. Vermutlich wurde die Totenruhe aber bereits um das Jahr 830 herum gestört. Damals ließ Bischof Gunthar, das erste Oberhaupt des neuen Bistums, eine Kathedralkirche errichtet.

dpa

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