Nach Familientragödie

Große Anteilnahme bei Trauerfeier in Ilsede

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Mehr als 500 Menschen haben in Groß Ilsede am Trauergottesdienst für die vier getöteten Kinder teilgenommen.

Ilsede - Rund 550 Menschen haben am Sonnabend in Groß Ilsede den Trauergottesdienst für die vier getöteten Kinder besucht. Der Vater soll die Kinder vorige Woche mit einem Messer getötet haben.

Nach der Familientragödie im niedersächsischen Groß Ilsede im Kreis Peine haben am Samstag rund 550 Menschen den Trauergottesdienst für die vier getöteten Kinder besucht. Auch die Mutter und die engsten Angehörigen der Kinder waren in die St.-Bernward-Kirche gekommen. Vor dem Altar waren Großaufnahmen der Opfer aufgestellt. „Es ist mir wichtig, dass jedes Kind ein Gesicht bekommt, es soll klar werden, was da verloren gegangen ist“, sagte Pastor Walter Faerber.

Der Vater der Opfer steht im Verdacht, in der Nacht zum Freitag vergangener Woche seine zwölfjährige Tochter und seine drei Söhne im Alter von neun, sieben und fünf Jahren mit einem Messer getötet zu haben. Die Frau war zu der Zeit im Urlaub.

Schon eine Stunde vor Beginn des ökumenischen Gottesdienstes begann sich die katholische Kirche zu füllen. Die evangelische Kirche, zu der die Familie der Opfer gehört, wäre mit 200 Plätzen zu klein gewesen. Das tragische Schicksal der Kinder bewegt die Menschen - gleich welchen Alters oder welcher Religion.

Die Trauerfeier wurde vom evangelisch-lutherischen Pastor Faerber und dem katholischen Pfarrer Thomas Mogge gemeinsam gehalten. Im Mittelpunkt standen die vier Kinder, deren jeweilige Lieblingslieder angespielt wurde. An die Gemeinde appellierte Faerber, der Mutter keine Ratschläge, aber Zeit zu geben, um ihr Leben zurück zu gewinnen.

Bei aller Sprachlosigkeit angesichts der unfassbaren Tat wollte Faerber den Menschen auch Hoffnung geben: „Wir sind nicht ohnmächtig. Wir können alle ein großes oder kleines Zeichen aufrichten gegen die Mächte der Zerstörung und des Todes“, sagte er.

Um die Hinterbliebenen, besonders die Mutter, auch finanziell unterstützen zu können, haben Bürger eine Spendeninitiative „Vier Sterne für Ilsede“ gegründet.

Der 36-Jährige hatte nach der Tat versucht, sich das Leben zu nehmen, wurde aber gerettet. Als Motiv vermutet die Staatsanwaltschaft Beziehungsprobleme. Ihm wurde ein Haftbefehl wegen des Verdachts des vierfachen Mordes zugestellt. Er ist aber nach wie vor nicht vernehmungsfähig. Auch der Zustand der Mutter ließ bislang noch keine Befragung zu, teilte die Polizei am Samstag mit.

dpa

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