Grundwasserprobleme

Gülletransport wird schärfer überwacht

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Foto: Der steigende Anbau von Pflanzen für den Energiebedarf wird inzwischen auch kritisch beobachtet. In weiten Teilen Niedersachsens ist das Grundwasser bereits mit Nitrat belastet.

Hannover - Das Grundwasser in Niedersachsen war über viele Jahre sauberer geworden – jetzt aber geht der Trend in die andere Richtung. „Die Nitratbelastung hat wieder zugenommen“, berichteten Agrarminister Gerd Lindemann (CDU) und Umweltminister Stefan Birkner (FDP) am Freitag in Hannover.

Bei einem Fachsymposium mit Vertretern von Landwirtschaft, Landkreisen und Wasserverbänden stellten sie eine Anfang Juli in Kraft tretende Landesverordnung vor, mit deren Hilfe Gülletransporte und Düngung bald schärfer kontrolliert werden sollen.

Die Abgabe von Nitrat über den Boden ans Grundwasser habe eindeutig mit der intensiven Landwirtschaft vor allem im Nordwesten des Landes zu tun, in deren Folge Gülle quer durchs Land „exportiert“ wird und Felder überdüngt werden. „In den vergangenen Jahren ist in nicht unerheblichem Umfang Grünland in Ackerland umgewandelt worden“, erläuterte Lindemann. „Hinzu kommen in einigen Regionen steigende Viehbestände und eine wachsende Zahl von Biogasanlagen.“

Gerade die gewerblich arbeitenden Betriebe mit sehr großer Viehzahl und die Biogasanlagen seien vom bisherigen Kontrollsystem gar nicht erfasst worden. Nach der neuen Regelung soll die Landwirtschaftskammer nun von ihnen, wie von den kleineren landwirtschaftlich arbeitenden Betrieben, zweimal im Jahr einen Nachweis über den Verbleib von Gülle und nährstoffreichen Resten aus der Biogasproduktion einfordern können, und zwar auf elektronischem Weg.

Die Landwirtschaftskammer rechnet mit etwa 15 neuen Stellen, die ausschließlich über Gebühren finanziert werden. „Der Trinkwasserschutz setzt zusätzlich zur Kontrolle eine zielgerichtete Beratung der Landwirte voraus“, meinte Kammerpräsident Arendt Meyer zu Wehdel. Landvolk-Vizepräsident Heinz Korte sagte, dass sich die Bauern ihrer Verantwortung bewusst seien: „Die Gefahr von Umweltbelastungen durch eine regionale Konzentration der Tierhaltung oder Biogaserzeugung nehmen die Landwirte ernst.“ Thema des Symposiums war unter anderem die konkrete Ausgestaltung der allseits beteuerten Bereitschaft zur Zusammenarbeit.

Kritische Anmerkungen kamen vom Landkreistag. Vorstandsmitglied Hubert Meyer gehen die Vorgaben nicht weit genug. Er forderte, den Baubehörden die Nachweise über die tatsächliche Gülleausbringung zugänglich zu machen. „Nur dann könnten Stallgenehmigungen auch nachträglich zurückgenommen werden.“

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