Hornbostel im Kreis Celle

Haben Wölfe Hund eines Spaziergängers getötet?

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Foto: Möglich sei eine Attacke durch Wölfe, wie sie der Hundebesitzer geschildert hat, aber durchaus, sagt Wolfsberater Pohlmann.

Hornbostel/Celle - In Niedersachsen häufen sich die Meldungen von besorgten Bürgern über Begegnungen mit Wölfen. Der jüngste Fall ereignete sich am Dienstagabend in Hornbostel im Kreis Celle. Dort ist ein Mann bei Spaziergang mit seinen Hunden attackiert worden.

Beim Spaziergang mit seinen Hunden soll ein Mann von mehreren Wölfen attackiert worden sein. Polizei und Wolfsberater bestätigten am Mittwoch den Vorfall, konnten aber noch keine Aussage machen, ob der Mann wirklich von Wölfen angegriffen worden war. Dennoch warnt Volker Pohlmann, einer der für die Region zuständigen Wolfsberater, davor, dass Angriffe durch die Raubtiere in Zukunft häufiger vorkommen könnten.

Drei Wölfe sollen sich am Dienstag auf die beiden Chihuahuas und den Terrier des Hornbostelers gestürzt haben. Einen Chihuahua haben die Raubtiere nach Darstellung des Mannes sofort totgebissen und anschließend verschleppt. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und den Angriffsort untersucht. Doch ein Ergebnis gibt es noch nicht.

Mehrere Wolfsrudel in der Gegend

Möglich sei eine Attacke durch Wölfe, wie sie der Hundebesitzer geschildert hat, aber durchaus, sagt Wolfsberater Pohlmann. Er hat vor einem halben Jahr nach fünf Schafsrissen um Hornbostel bestätigt, dass dort ein Wolf am Werk war. Dass nun sogar ein Rudel durch die Wälder der Region streifen könnte, hält er für plausibel. „Es gibt auf jeden Fall mehrere Rudel in der Gegend - von Bergen bis Gifhorn -, in denen jetzt auch Jungtiere auf eigene Faust losziehen. Etwa 60 Kilometer pro Nacht schaffen die Tiere durchaus.“

Pohlmann kennt mehrere Geschichten von Menschen, die im Wald auf angriffslustige Wölfe getroffen sein wollen. Am Mittwochabend etwa wollte er ein Paar beraten, dass vor Kurzem bei einem Waldspaziergang ebenfalls einem Wolf begegnet ist. Das Tier ließ sich nicht verscheuchen, sondern lief dem Paar so lange nach, bis ihm ein Zaun den Weg versperrte. „In anderen Fällen haben Wölfe Menschen sogar schon bis ins Dorf verfolgt“, sagt Pohlmann.

Auch in der Politik wird darüber gestritten, wie mit dem Wolf umgegangen werden soll. Die niedersächsischeCDU hatte zuletzt gefordert, den strengen Schutz aufzuheben. Das Umweltministerium erlaubt, dass allzu aufdringliche Tiere mit Gummigeschossen vergrämt werden dürfen, doch davon hält Pohlmann wenig. Denn nur Fachleute dürften dem Wolf so zu Leibe rücken - und im Ernstfall sei das Tier längst weg, bevor der Befugte eintreffe.

Der Wolfsbeauftragte fordert deshalb, wolfsfreie Zonen einzurichten, wie es sie etwa für Rotwild gibt. „Die Wölfe haben gemerkt, dass der Mensch ihnen nichts tut. Deswegen testen sie jetzt, wo ihre Grenzen liegen.“

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