Chemie-Unfall löste Katastrophe aus

Heilbronn: Ermittlungen gegen zwei Männer nach schockierendem Tiersterben

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Tiersterben rund um Fluss bei Heilbronn – Ermittler stehen vor Rätsel 

In der Nähe eines Flusses bei Heilbronn verenden innerhalb weniger Stunden alle Lebewesen. Die Ermittler in Baden-Württemberg sprechen von einer Katastrophe. Nun gibt es neue Details.

Update vom 10. April: Mittlerweile konnte geklärt werden, wie es zu dem Tiersterben in der Schozach bei Heilbronn kommen konnte: Ein Staplerfahrer sei nach Angaben der Polizei gegen einen 1000-Liter-Container einer Spedition gestoßen. Der Inhalt lief aus und gelangte vom Hof der Speditionsfirma in einer Entwässerungsrinne in den Fluss. 

Die Staatsanwaltschaft Heilbronn ermittelt nun gegen den 31-jährigen Staplerfahrer und seinen Kollegen, die nicht gemeldet haben sollen, dass die Flüssigkeit auslief. Ob noch weitere Personen für das Tiersterben bei Heilbronn verantwortlich sind, werde laut Polizei aktuell geprüft, wie HEIDELBERG24* berichtet.

Heilbronn: Mysteriöses Tiersterben: Löste Chemie-Unfall die Katastrophe aus?

Update vom 9. April: Nach dem Tiersterben im Fluss Schozach bei Heilbronn besteht Hoffnung, dass dort wieder Fische angesiedelt werden können. Das teilte das Landratsamt Heilbronn am Dienstag mit. Gegen die Spedition, die bei einem Unfall das verunreinigte Flusswasser verursacht hat, wird weiterhin ermittelt. Das Unternehmen arbeite eng mit den Behörden zusammen, um den Vorfall baldmöglichst zu klären. Die Polizei selbst gab am Dienstag keine Stellungnahme ab. Nach dem Fund toter Fische und Vögel waren die Folgen für die Tierwelt am Fluss zunächst unklar. Eine Untersuchung der Kleinstlebewesen in der Schozach ergab nun aber keine Auffälligkeiten gegenüber Messungen vor dem Unglück, wie das Landratsamt mitteilte. 

„Das bedeutet, dass entgegen erster Annahmen eine der entscheidenden Grundlagen für eine Wiederbesiedlung durch Fische gegeben sein dürfte”, hieß es. Auch im stark betroffenen Gruppenbach - er fließt in die Schozach - habe eine Wiederbesiedlung mit Kleinstlebewesen begonnen, die vermutlich aus einem unbelasteten Bereich stammten. Eine genaue Prognose sei nach einer Beobachtung von etwa vier Wochen möglich. Das Landratsamt arbeite auch daran, die Trinkwasserversorgung dreier vorsorglich vom Versorgungsnetz genommenen Brunnen wieder auf Normalbetrieb umzustellen. Momentan gebe es in einigen Kommunen entlang der Schozach sicherheitshalber noch eine Ersatzversorgung.

Update vom 8. April 2019: Nachdem tote Fische und Wasservögel im Fluss Schozach gefunden wurden, dauerten die Reinigungsarbeiten noch einige Tage an. Es wurden weiter zahlreiche Wasserproben entnommen, außerdem reinigte eine Privatfirma die besonders betroffenen Flächen des Gewässers. Das sagte am Montag ein Sprecher des Landratsamtes in Heilbronn. „Wir gehen davon aus, dass tausende Fische verendet sind”, so der Sprecher. Auch Kleinstlebewesen seien zahlreich verendet. Diese sind für Fische lebensnotwendig. An manchen Stellen sei der Fluss „tot”. Bis wann sich das Gewässer wieder regenerieren kann, sei unklar. 

Am Montag wurde zudem bestätigt, dass es einen Zusammenhang mit der Gewässerverunreinigung und dem Unfall in einer Spedition besteht. Der Ausgangspunkt sei nach derzeitigem Kenntnisstand das Grundstück der Spedition in Ilsfeld, hieß es vom Landratsamt. Demnach wurde auf dem Betriebsgelände ein beschädigter Behälter gefunden. Die darin gefundene Chemikalie stimme laut Analyse exakt mit den Ergebnissen der ersten Wasserprobe überein. „Nach Einschätzung von zugezogenen Chemiefachberatern und des Analyselabors ist der Eintrag dieses Stoffes ursächlich für das Fischsterben”, hieß es in einer Mitteilung. Die Spedition war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. 

Das Trinkwasser soll von der Verunreinigung nicht betroffen sein. Landratsamt und Polizei warnten aber davor, Wasser aus dem Flüsschen zu nehmen. Kinder sollten nicht daran spielen, Hunde nicht daraus trinken.

Mysteriöses Tiersterben bei Heilbronn: Löste Chemie-Unfall die Katastrophe aus?

Update vom 6. April 2019; 20.00 Uhr: Im Fluss Schozach verenden massenhaft Fische, Wasservögel und sogar ein Reh wurden tot am Rande des Gewässers gefunden. Jetzt gibt es eine erste mögliche Ursache für das Tiersterben in Heilbronn: Das Sterben der Fische und Wasservögel konnte im Zusammenhang mit einem Unfall bei einer Spedition stehen. Das teilten Stadt und Landratsamt Heilbronn am Freitag mit. Dort seien am Dienstag rund 1.000 Liter eines Stoffes, der als wassergefährdend gilt, ausgetreten. Ein Zusammenhang mit dem Tiersterben müsse aber erst noch belegt werden.

Die Feuerwehr schätzt, dass es sich bei den verendeten Fischen, die aus dem Fluss Schozach gefischt wurden, um mehrere Tonnen handelt. Betroffen ist ein rund 16 Kilometer langes Stück des kleinen Nebenflusses des Neckar. Nach wie vor besteht in Heilbronn keine Trinkwasserwarnung für die Bevölkerung.

Mysteriöses Tiersterben in Baden-Württemberg: Ermittler haben schrecklichen Verdacht

Update vom 5. April 2019: Im Umkreis der Schozach (Fluss in Heilbronn) und des Tauchsteinsees wurden am Donnerstag zahlreiche tote Tiere entdeckt – innerhalb weniger Stunden waren hier vor allem Fische und Wasservögel qualvoll verendet, aber auch ein totes Reh wurde in unmittelbarer Flussnähe gefunden. Die Ermittler in Baden-Württemberg sprechen von einer Katastrophe. Die Ursache für das große Tiersterben stellt Spezialisten vor ein Rätsel. Doch nun gibt es einen Verdacht.

Heilbronn: Tiersterben geht weiter – Ermittler haben Verdacht

Die Polizei hat Wasserproben zur chemischen Auswertung an diverse Institute geschickt, die Ergebnisse der Untersuchungen stehen allerdings noch aus. Doch es gibt einen schrecklichen Verdacht: Derzeit gehen die Ermittler davon aus, dass ein giftiger Stoff in das Gewässer gelangt war. Wie die Polizei nun bekannt gab, wurden mittlerweile auch tote Fische vor der Mündung zum Neckar entdeckt. Noch sei allerdings unklar, ob diese lediglich dorthin gespült wurden, oder ob sich die Ursache für das Tiersterben ausgeweitet haben könnte. Weiterhin gilt, dass das Trinkwasser von der Verunreinigung nicht betroffen sein soll, die Polizei warnt jedoch ausdrücklich davor, Wasser aus dem Fluss zu entnehmen. Auch Kinder sollten nicht in Flussnähe spielen und Hunde nicht daraus trinken.

Meldung vom 4. April 2019: Wieso starben im Umkreis der Schozach und des Tauchsteinsees in Baden-Württemberg alle Lebewesen? Die Behörden stehen vor einem großen Rätsel. Seit Donnerstagmorgen ist die Feuerwehr zwischen dem Fluss Schozach und dem See bei Heilbronn im Großeinsatz. Hier verendeten offsensichtlich alle Tiere, einschließlich der Wasservögel. Was der Auslöser der Katastrophe ist und wer dafür verantwortlich ist, ist noch völlig unklar. Wie HEIDELBERG24* berichtet, rechnete die Polizei Heilbronn am Donnerstag nicht mehr mit sicheren Ergebnisse. 

Tiersterben in Heilbronn: Behörden warnen Bevölkerung 

Seit das Tiersterben an der Schozach bei Heilbronn bekannt wurde, ist die Feuerwehr mit über 80 Mann an den Gewässern im Einsatz und beobachten die Lage an Schozach und Tauchsteinsee weiter. Bisher habe sich aber noch keine Gefahr für die Bevölkerung ergeben. Sobald dies der Fall sein sollte, wollen die Behörden eine entsprechende Warnung veröffentlichen. Kinder sollten jedoch nicht in dem betroffenen Gewässer spielen und auch Hunde sollten nicht daraus trinken. Neben mehreren toten Wasservögeln gab es laut Polizei auch eine Meldung, dass ein Reh verendet sein soll.

Auch echo24.de* berichtet von dem Tiersterben in der Schozach.

Vor einem Rätsel steht auch die Polizei im Rhein-Neckar-Kreis: Innerhalb kürzester Zeit wurdenin einem Waldstück mehrere tote Hunde gefunden. Eine Gemeinsamkeit haben sie alle. 

Nicht weit von Heilbronn entfernt ereignete sich diese Woche ein schrecklicher Unfall, bei dem zwei Frauen und ein Hund in einem Unfallwrack verbrannten. Ersthelfer schildern die schrecklichen Szenen. 

*HEIDELBERG24 und echo24.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks. 

pol/kab

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