Temperaturen Richtung 40 Grad

Heißestes Wochenende des Jahres steht bevor

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Am Wochenende brennt die Sonne.

Offenbach - Nun wird es doch noch richtig Sommer. Die Hundstage halten am Wochenende, was sie versprechen: Badewetter in ganz Deutschland, in den Städten Tropennächte. Die Hitzewelle soll eine ganze Woche dauern. Bisher war der Sommer aber eher durchschnittlich.

Deutschland steht das heißeste Wochenende des Jahres bevor. „Unser mitteleuropäischer Sommer läuft sich endlich warm, vielleicht zu warm“, sagte Meteorologe Thomas Ruppert vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Donnerstag. Hoch „Achim“ lässt die Temperaturen mit heißer Luft aus dem östlichen Mittelmeerraum Richtung 40-Grad-Marke klettern. Ob sie geknackt wird und vielleicht sogar der Hitze-Rekord fällt, war am Donnerstag noch nicht klar. „Das ist noch nicht vorhersehbar, aber ich möchte es nicht ausschließen“, sagte Ruppert.

Fest stehe aber, dass der Sonntag der heißeste Tag des Jahres werde. Vorerst legen sich die DWD-Meteorologen auf 37 Grad im Südwesten fest. Damit wird der bisherige Spitzenwert dieses Sommers von 36,5 Grad, gemessen am 27. Juli in Bad Kreuznach, locker übertroffen. „Ob es für einen neuen deutschen Rekord reicht, ist aber unklar,“ sagte DWD-Klimatologe Gerhard Müller-Westermeier. Die höchste in Deutschland gemessene Temperatur liegt bei 40,2 Grad, gemessen 1983 in der Oberpfalz und im Supersommer 2003 am Rhein.

Die aktuelle Hitzewelle soll erst Ende nächster Woche vorüber sein. Sie fällt in die Hundstage, normalerweise die heißesten Tage des Jahres, vom 23. Juli bis zum 23. August. Ihren Namen haben sie vom Sternbild „Großer Hund“.

Die Klagen über den bisherigen Sommer sind aus Sicht der DWD-Klimatologen nicht ganz berechtigt: Im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt war es unter dem Strich seit Anfang Juni etwas zu warm, es gab ein bisschen zu viel Regen, und der Sonnenschein liegt fast genau im Soll.

Vielleicht lag es daran, dass etliche Wochenenden ins Wasser fielen, weil gerade eine Kaltfront durchzog. Diese Fronten erreichen Deutschland ungefähr im Sieben-Tages-Rhythmus, aber nicht immer am Wochenende - „das ist alles Zufall“, sagte DWD-Experte Müller-Westermeier. Und in der Bilanz der „heißen Tage“ - meteorologischer Begriff für Tage mit 30 Grad und mehr - sehe der Sommer 2012 gar nicht schlecht aus: Bisher seien es sieben gewesen, normal seien nur vier. 2003 waren es 19.

Nachdem eine Regenfront Deutschland am Donnerstag von West nach Ost überquerte und am Frankfurter Flughafen am Morgen innerhalb einer Stunde fast 40 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gebracht hatte, wird schon der Freitag sommerlich mit Höchsttemperaturen von 20 Grad an den Küsten bis 27 Grad entlang des Rheins. Danach legen die Temperaturen noch einmal deutlich zu.

Am Samstag werden 28 bis 33 Grad erwartet, im Südwesten schon bis über 35 Grad, nur an den Küsten ist es mit Werten um 23 Grad kühler. Am Sonntag sind sogar Berge und Küsten mit 28 Grad hochsommerlich warm. In den lauen Nächten gibt es keine richtige Abkühlung. Vor allem in den westdeutschen Großstädten hält sich die Hitze in den Häuserschluchten, so dass es dort Tropennächte gibt. Tropennächte ist der meteorologische Begriff für Nächte, in denen das Quecksilber nicht unter 20 Grad fällt.

Mindestens bis zum nächsten Donnerstag bleibt es heiß mit Werten um die 30 Grad, erst danach deutet sich spürbare Abkühlung an. Aber auch noch im September seien Tage mit 30 Grad keine Seltenheit, sagte Meteorologe Ruppert.

dpa

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