Bremen

Hells Angels gründen neues Charter

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Foto: Für die Bremer Polizei kommt die Gründung des Hells Angels Charters in der Hansestadt alles andere als überraschend.

Bremen - Der Rockerclub Hells Angels im Großraum Bremen hat sich wenige Monate nach seiner Auflösung neu formiert. Ein Sprecher der Hells Angels bestätigte die Neugründung des Charters Westside.

Ob in Bremen oder dem niedersächsischen Umland ein neues Clubhaus eingerichtet werde, sei noch nicht klar, hieß es gegenüber der Zeitung „Weser-Kurier“ und dem NDR. Die Bremer Polizei reagierte auf die Neugründung gelassen. „Das kommt nicht überraschend“, sagte eine Sprecherin am Montag. Die Szene sei stets beobachtet worden. „Die handelnden Personen gibt es trotz der Auflösung des Clubs im letzten Jahr nach wie vor.“

Für Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) kam die Ankündigung nicht überraschend. Er sei immer der Auffassung gewesen, dass mit der Auflösung des Standortes in Bremen das Problem nicht gelöst sei. Wo die Hells Angels ihren Sitz haben, sei zweitrangig, sagte Mäurer dem „Weser-Kurier“. Zwar habe es zuletzt wesentlich weniger öffentliche Auftritte der Rocker gegeben. „Was kriminelle Strukturen angeht, bin ich allerdings vorsichtiger. Die verschwinden nicht dadurch, dass man ein Telefon wechselt oder einen Standort aufgibt.“

Im vergangenen Sommer hatten die Hells Angels ihre Clubs in Hannover und Bremen aufgelöst, nachdem Politik und Justiz den Druck erhöht hatten. Mitglieder von Rockerclubs werden mit der organisierten Kriminalität in Verbindung gebracht. Die Hells Angels streiten solche Verstrickungen jedoch ab.

Die Hells Angels wurden 1948 von Harley-Davidson-Liebhabern in Kalifornien (USA) gegründet. Aus der Gruppe von Motorrad-Fans mit dem geflügeltem Totenkopf auf der Jacke entwickelte sich eine straffe, weltweite Organisation. Sie gilt als mitgliederstärkster und mächtigster Rockerclub der Welt.

dpa/mhu

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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