„Lady Di Club“

Ein Herz für die Prinzessin der Herzen

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Fans aus Germany mit gutem Ruf: Evelyn Marie Seidel beim Ortstermin.

Halemn - In Hameln treffen sich regelmäßig Frauen im „Lady Di Club“ – sogar Dianas Bruder kennt sie schon.

Mehr als 17 Jahre liegt der Tod von Lady Diana nun bereits zurück. In der Nacht vom 30. auf den 31. August 1997 verunglückte sie in der Alma-Unterführung in Paris. Aber vergessen ist die ehemalige Prinzessin von Wales nicht, schon gar nicht in Hameln. Dort steht die Wohnung von Evelyn Marie Seidel, wo viel an die „Prinzessin der Herzen“ erinnert. Eine lebensgroße Leichtholzfigur, bunte Gemälde, Tassen, kleine Glocken, Bücher, ein Imitat des Verlobungsrings, ein Kartenspiel und eine Uhr mit Big-Ben-Gong. Die Erinnerung, sie hat viele Facetten.

Am Anfang stand die Erschütterung. „Als ich vom Tod von Prinzessin Diana erfuhr“ – Seidel sagt Prinzessin, nicht Lady – „war ich sehr betroffen.“ Gemeinsam mit anderen Müttern, mit denen sie im Kinderlädchen Hexenstübchen damals noch in Holzminden saß, reifte die Idee, ihr zu Ehren einen Klub zu gründen. „Wir begannen zu sammeln, was wir über Prinzessin Diana fanden, und trafen uns ein halbes Jahr nach ihrem Tod zum ersten Mal“, sagt Seidel. Neun Mütter gehörten zum Gründungskreis, die Krönung war einmal ein Treffen mit 17 Frauen und, ja, auch Männern. Anfangs kamen die Holzmindener und späteren Hamelner Royalisten monatlich zusammen, mittlerweile sind nicht mehr als drei Treffen pro Jahr möglich. „Ich arbeite noch als pädagogische Mitarbeiterin in einer Schule“, erzählt Seidel. Außerdem engagiert sich die 65-Jährige vielfach ehrenamtlich. So organisiert Miss Very British, wie viele sie in Hameln nennen, jährlich ein kleines Fest für die kleinen Patienten im Kinderkrankenhaus Auf der Bult in Hannover. Andere Klubmitglieder haben ähnlich viel um die Ohren wie sie oder leben mehr als eine kleine königliche Kutschfahrt von Hameln entfernt.

Jedes Mal, wenn der Klub zusammenkommt, drapiert Seidel eines ihrer Zimmer mit Diana-Devotionalien. Aber die sechs bis acht Frauen, derzeit sind keine Männer dabei, gehen auch auf Reisen. „Einmal im Jahr fahren wir nach England“, erzählt Seidel. Mit ihrem Faible für Hüte passt sie sehr gut auf die Insel – keine Frage, beim Pferderennen in Ascot würde sie eine adäquat elegante Figur abgeben. Doch die Fahrt geht lieber zum Kensington Palace oder auf das Landgut Althorp, den Sitz von Dianas Familie, wo die Lady begraben liegt.

Die Fans aus Germany sind dort bereits bekannt. Dianas Bruder Charles begrüßt Evelyn Marie Seidel mittlerweile per Handschlag. Auch zur Hochzeit von Dianas Sohn William mit Kate Middleton ist sie gefahren. Beim Small Talk hilft ihr, dass sie bereits in frühen Jahren oft in England weilte. Tante und Onkel lebten dort, die kleine Evelyn interessierte sich schon früh für das englische Königshaus, und zurück in Deutschland freute sie sich, wenn sie in den Zeitungen etwas über die Windsors las.

Später, als junge Frau, lachte sie gern über den so lustig aussehenden Prinz Charles und wunderte sich dann, als es hieß, er habe eine hübsche Verlobte. Von Lady Di sei sie anfangs etwas enttäuscht gewesen, weil sie sich an die Mode des Königshauses anpasste und in den Klamotten der Hofschneider so altmodisch aussah. „Fasziniert hat sie mich erst nach der Scheidung“, sagt Seidel. Und auch wenn sie Diana nie leibhaftig gesehen hat, weiß sie von ihrer Aura zu erzählen. „Manche Menschen haben so etwas, man schaut sie an und denkt: Ja, die hat eine ganz besondere Ausstrahlung.“

Evelyn Marie Seidel und der „Lady Di Club“ haben sich mittlerweile international herumgesprochen. Der englische Fotograf Martin Parr, dessen Bilder zurzeit im Sprengel Museum zu sehen sind, hat sie unter anderem zusammen mit der lebensgroßen Diana aus Holz abgelichtet. Der Gesprächsstoff wird also auch beim nächsten Klubtreffen im November nicht ausgehen.

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