Weltlachtag

Heute wird gelacht!

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Foto: Besucher des "Weltlachtag" erfreuen sich in Berlin an Lach-Yoga-Übungen. Die Intitiative "Hauptstadt lacht" hat zum gemeinsamen Lachen auf dem Tempelhofer Feld in Berlin eingeladen.

Hannover - Ob laut, leise, hoch oder tief: Heute soll gelacht werden, denn es ist Weltlachtag. Wer dazu etwas Hilfe benötigt, kann heute an dem kostenlosen Lachyogakurs am Maschsee teilnehmen. Was Lachyoga überhaupt ist, warum Lachen eigentlich so wichtig ist und weitere Infos rund ums Zähenzeigen finden Sie hier.

Krisen, Kriege, Kita-Streik – das Weltgeschehen liefert kaum Grund zum Lachen. Und doch ist morgen Weltlachtag, so steht’s im Kalender, zumindest im Kalender all jener Menschen, die Teil der weltweiten Lachyoga-Bewegung sind. Lena Hannemann zählt dazu, sie wird morgen ganz bestimmt viel lachen. Denn sie meint: „Gerade in schwierigen Zeiten ist Lachen sehr wichtig.“

Lachen für den Weltfrieden – das ist das dann doch ernst gemeinte Motto des belächelten Weltlachtags, stets am ersten Sonntag im Mai. Dann findet in sehr vielen Städten kollektives Lachen unter freiem Himmel statt. Die Lach­yoga-Trainerin Lena Hannemann hat das Lachgeschehen in Hannover mitorganisiert; um Punkt 14 Uhr erschallt am Maschsee Gelächter, für mindestens drei Minuten. Jeder kann mitlachen, besondere Talente sind nicht vonnöten. Aber über Humor sollten die Teilnehmer doch verfügen, oder? „Überhaupt nicht“, sagt Lena Hannemann. „Klar, beim Lach­yoga entstehen witzige Situationen, aber man braucht weder Humor noch muss man Witze kennen, um mitzulachen.“

Fakten rund ums Lachen

Was ist Lachen?

Die angeborene Ausdrucksbewegung im Gesicht drückt mit oft lärmenden rhythmischen Lauten eine freudige Stimmungslage aus. 17 Gesichts- und rund 80 weitere Körpermuskeln kommen dabei in Bewegung. Lächeln als weniger intensive Form des Lachens drückt Freude stumm durch Mimik aus. Die hochgezogenen Mundwinkel vermitteln dem Gegenüber ein freundliches Wohlwollen und drücken oft Sympathie aus. Die Augen können falsches Lächeln entlarven: Bewegen sich dort keine Muskeln zu Lachfalten, ist die Freundlichkeit nur aufgesetzt und nicht ehrlich gemeint.

Ist Lachen gesund?

Die alte Volksweisheit „Lachen ist die beste Medizin“ hat einen wissenschaftlichen Kern, denn Lachen regt unter anderem das Immunsystem an, senkt den Blutdruck, aktiviert Selbstheilungskräfte und kann dank ausgeschütteter Hormone sogar das Schmerzempfinden dämpfen. Die Wissenschaft von Auswirkungen des Lachens ist die Gelotologie (vom griechischen gelos = lachen).

Ab wann lachen Menschen?

Zwischen dem zweiten und sechsten Monat beginnen Kleinkinder damit, ihre Freude etwa über das Wiedererkennen eines bekannten Gesichts bewusst mit hochgezogenen Mundwinkeln oder glucksenden Lauten auszudrücken. Auch später sind Kinder ein Vorbild an Freundlichkeit. Sie bringen es auf bis zu 400 Lacher am Tag, während Erwachsene im Schnitt nur 15 bis 20 mal lachen.

Können auch Tiere lachen?

Ja. Der griechische Philosoph Aristoteles (384-322 v.Chr.) glaubte zwar noch, die Fähigkeit zu lachen unterscheide den Menschen vom Tier. Forscher fanden aber heraus, dass auch Tierarten Freude mit Gelächter ausdrücken können. Doch hört es sich anders an: Schimpansen keuchen etwa vor Vergnügen, und Ratten stoßen rhythmische Piepser aus. Lächeln können aber nur Menschen - das sprichwörtliche Honigkuchenpferd einmal ausgenommen. Zieht etwa ein Hund sein Maul auseinander und bleckt die Zähne, meint er es keineswegs freundlich.

dpa

Die Idee zum grund- und anlasslosen Lachen stammt aus Indien. Der indische Arzt Madan Kataria entwickelte vor 20 Jahren Atem- und Dehnübungen, mit denen sich rein motorisches Lachen in echtes Lachen überführen lassen soll. Weil auch Dr. Kataria findet: Lachen ist gesund, ob nun mit Grund oder ohne.

Inzwischen kommt Lachyoga auch in Reha-Kliniken und Kindergärten zum Einsatz, es gibt 6000 Lachclubs weltweit, davon 203 in Deutschland. Die hiesige Lachyoga-Szene lacht besonders fleißig mit. Männer wie Frauen, Junge wie Ältere. „Neulich sprach ich mit Dr. Kataria, und er sagte: ,Ihr Deutschen seid selbst im Lachen sehr gründlich’“, sagt Lena Hannemann. Und lacht.

Von Marina Kombaki

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