Teure Mieten in Niedersachsen

In Hildesheim kann man am günstigsten wohnen

+
Foto: Teure Mieten sind bundesweit aber auch in Niedersachsen ein Problem.

Hannover - Teure Mieten: Vielen Familien bleibt weniger Geld als Hartz-IV-Empfängern. Oldenburg und Osnabrück schneiden im Landesvergleich schlecht ab: Hier finden einkommensschwache Familien kaum bezahlbare Wohnungen. Am besten sieht es in Hildesheim aus.

In vielen deutschen Städten sind einkommensschwache Familien mit den Mietzahlungen für ihre Wohnungen überfordert - das hat eine Studie der Bertelsmann Stiftung ergeben. In Niedersachsen ist die Situation aber vergleichsweise entspannt. In 60 von 100 untersuchten deutschen Städten müssen einkommensschwache Familien so viel Miete zahlen, dass ihnen weniger Geld übrig bleibt als einer Hartz-IV-Familie. Als einkommensschwach gelten dabei Familien, die weniger als 60 Prozent des ortsüblichen mittleren Einkommens verdienen.

In Niedersachsen sind nur zwei von acht untersuchten Städten betroffen. Eine von ihnen ist Osnabrück. Dort müssen einkommensschwache Familien nach Abzug der Miete im Durchschnitt mit 8 Prozent weniger Geld auskommen als eine Familie, die den Hartz-IV-Regelsatz bezieht. Dieser liegt derzeit bei 1169 Euro. In Oldenburg haben ärmere Familien nach Abzug der Miete durchschnittlich 4 Prozent weniger Geld zur Verfügung. Deutschlandweit belegt Jena in der Studie den letzten Platz - dort bleiben einer Familie mit zwei Kindern nach Überweisung der Miete rechnerisch nur 666 Euro pro Monat. Das verfügbare Einkommen liegt demnach 43 Prozent unter der staatlichen Grundsicherung.

In Niedersachsen schneiden die übrigen sechs untersuchten Städte deutlich besser ab. In Braunschweig, Göttingen, Hannover, Hildesheim, Salzgitter und Wolfsburg haben einkommensschwache Familien nach Abzug der Miete durchschnittlich mehr Geld im Portemonnaie als Hartz-IV-Empfänger. Hildesheim ist mit einem Plus von 18 Prozent Spitzenreiter.

„Hildesheim fällt in vielen Punkten positiv auf“, sagt Carina Schnirch von der Bertelsmann Stiftung. So haben Familien in der Stadt weniger Schwierigkeiten, eine passende Bleibe zu finden. 43 Prozent der Wohnungen in Hildesheim sind auch für ärmere Familien finanzierbar. Das ist deutschlandweit der Spitzenwert, es folgt Zwickau mit 41 Prozent bezahlbarem und familienfreundlichem Wohnraum. Dagegen ist die Situation in Oldenburg wesentlich angespannter, nur 5 Prozent der Wohnungen sind laut der Studie für ärmere Familien geeignet. Noch schlechter schneiden München, Freiburg und Frankfurt am Main ab.

Für die Untersuchung wurde eine Familie mit zwei Kindern zugrunde gelegt. Als familiengeeignet gelten Wohnungen mit mindestens 75 Quadratmetern und drei Zimmern. Die Armutsschwelle für Familien wurde für jede Stadt auf Basis des amtlichen Mikrozensus 2011 errechnet und regionalisiert.

Anne Grünberg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare